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Perspektiven konservativen Denkens

Deutschland und die Vereinigten Staaten nach 1945

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Peter Uwe Hohendahl and Erhard Schütz

Die Beiträge des vorliegenden Bandes widmen sich vergleichend der Entwicklung des Konservatismus in der Bundesrepublik Deutschland und den USA von 1945 bis heute. Sie gehen dabei auf die unterschiedlichen Rahmenbedingungen und wechselseitigen Beziehungen ebenso ein wie auf die wesentlichen Akteure zwischen Politik und Kultur, Theorie und Praxis. Damit liefert der Band erstmals einen Überblick über diese kulturpolitisch höchst einflussreiche Strömung der jüngsten Gegenwart.
Neben historischen Überblicken bietet der Band vor allem Einzelstudien zu einflussreichen Personen und Positionen – u. a. zu Gottfried Benn, Allan Bloom, James Burnham, Carl Schmitt, Arnold Gehlen, Ernst Jünger, Eduard Spranger, Leo Strauss oder Eric Voegelin, aber auch Analysen zu kulturpolitischen Feldern wie Erziehungswesen, Medien und Militär.

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JASON FRANK – Is there a Straussian Constitutionalism? 233

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JASON FRANK Is there a Straussian Constitutionalism? Während in jüngerer Zeit die Kontroversen um Leo Strauss sich vornehmlich mit der neokonservativen Außenpolitik seiner Schüler beschäftigt haben, wendet sich dieser Auf- satz seinem Einfluss auf das konservative Verständnis der liberalen Verfassungstheorie zu, im Besonderen der amerikanischen. Dies geschieht zunächst durch eine Analyse von Strauss’ Versuch, einen theoretischen Horizont jenseits des Liberalismus dadurch zu ge- winnen, dass er die Aristotelische Konzeption der Politeia (regime) rekonstruiert. Im zwei- ten Schritt beschäftigt sich die Untersuchung mit dem Versuch, den die bedeutendsten Schüler von Strauss, nämlich Martin Diamond und Herbert Storing, unternommen haben, um die Strauss’sche Konzeption auf die Deutung der amerikanischen Verfassung und die Gründung der Vereinigten Staaten anzuwenden. Diese kritische Einstellung zur amerikanischen Verfassungstheorie wurde vom rech- ten Flügel der Strauss-Schüler aufgegeben, der auf der politischen Sonderstellung der Ver- einigten Staaten bestand, also eine kritisch-skeptische Einstellung zur amerikanischen Ver- fassung ablehnte. Dieser politisch aktive Flügel der Straussianer kehrte mithin zu dem alten Mythos zurück, demzufolge Amerika sich außerhalb jeder geschichtlich-traditionel- len Verwicklung verwirklicht, nunmehr gedacht als die Geschichte der westlichen Meta- physik. Zuvor kritisch verstanden als das beste Beispiel einer durchaus modernen Verfas- sungstheorie, erscheinen Amerika und die Amerikaner nunmehr als Bürger des besten Aristotelischen Staates. Any constitution [politeia] which is truly so-called […] must devote itself to the end of encouraging goodness. Otherwise, a political association sinks into a mere alliance […] and law becomes a mere...

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