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Perspektiven konservativen Denkens

Deutschland und die Vereinigten Staaten nach 1945

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Edited By Peter Uwe Hohendahl and Erhard Schütz

Die Beiträge des vorliegenden Bandes widmen sich vergleichend der Entwicklung des Konservatismus in der Bundesrepublik Deutschland und den USA von 1945 bis heute. Sie gehen dabei auf die unterschiedlichen Rahmenbedingungen und wechselseitigen Beziehungen ebenso ein wie auf die wesentlichen Akteure zwischen Politik und Kultur, Theorie und Praxis. Damit liefert der Band erstmals einen Überblick über diese kulturpolitisch höchst einflussreiche Strömung der jüngsten Gegenwart.
Neben historischen Überblicken bietet der Band vor allem Einzelstudien zu einflussreichen Personen und Positionen – u. a. zu Gottfried Benn, Allan Bloom, James Burnham, Carl Schmitt, Arnold Gehlen, Ernst Jünger, Eduard Spranger, Leo Strauss oder Eric Voegelin, aber auch Analysen zu kulturpolitischen Feldern wie Erziehungswesen, Medien und Militär.

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PETER UWE HOHENDAHL – Auf den Spuren Machiavellis: Exekutive Gewalt und Staatsräson bei Leo Strauss und seinen Schülern 259

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PETER UWE HOHENDAHL Auf den Spuren Machiavellis: Exekutive Gewalt und Staatsräson bei Leo Strauss und seinen Schülern In Zeiten des Kampfes ist der Staat am meisten Staat. Hans Freyer (1938) Die Beziehung zwischen dem US-amerikanischen Konservatismus der Nachkriegszeit und der Schule von Leo Strauss ist komplex und entzieht sich einer signifikanten Bestimmung. Eines der zentralen Motive kon- servativen Denkens in den Vereinigten Staaten, die Angst vor einem übermächtigen Staat, fehlt bei den Strauss-Schülern. Im Gegenteil: Die Sorge, dass die amerikanische Gesellschaft Schaden nimmt, weil es ihr an einer starken politischen Führung fehlt, gehört zu den Themen, die sich wie ein roter Faden durch die theoretischen Arbeiten der Schüler ziehen und in der politischen Praxis eine wichtige Rolle spielen. In dieser Hinsicht stehen die Straussianer, als Teil des neo-konservativen Flügels, den deutschen Konservativen näher als dem Hauptstrom der amerikani- schen Konservativen. Was sie ideologisch mit der amerikanischen Rech- ten verbindet, ist die emphatische Opposition gegenüber dem politischen Liberalismus, dem angelastet wird, dass er – als typische moderne Er- scheinung – nicht in der Lage sei, eine politisch stabile Gesellschaft zu errichten. Diese Liberalismuskritik kann sich auf Strauss berufen, der sie unter dem Einfluss von Carl Schmitt aus Deutschland mitbrachte und seit den frühen 1950er Jahren konsequent in seinen amerikanischen Schriften vertrat. Für die Strauss-Schule war diese prinzipielle Moderne-Kritik Teil der theoretischen wie weltanschaulichen Voraussetzungen, die – sehr unterschiedlich – in die eigenen Arbeiten einflossen. Angesichts der Niederlage des Faschismus in Deutschland stellte sich...

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