Show Less

Perspektiven konservativen Denkens

Deutschland und die Vereinigten Staaten nach 1945

Series:

Edited By Peter Uwe Hohendahl and Erhard Schütz

Die Beiträge des vorliegenden Bandes widmen sich vergleichend der Entwicklung des Konservatismus in der Bundesrepublik Deutschland und den USA von 1945 bis heute. Sie gehen dabei auf die unterschiedlichen Rahmenbedingungen und wechselseitigen Beziehungen ebenso ein wie auf die wesentlichen Akteure zwischen Politik und Kultur, Theorie und Praxis. Damit liefert der Band erstmals einen Überblick über diese kulturpolitisch höchst einflussreiche Strömung der jüngsten Gegenwart.
Neben historischen Überblicken bietet der Band vor allem Einzelstudien zu einflussreichen Personen und Positionen – u. a. zu Gottfried Benn, Allan Bloom, James Burnham, Carl Schmitt, Arnold Gehlen, Ernst Jünger, Eduard Spranger, Leo Strauss oder Eric Voegelin, aber auch Analysen zu kulturpolitischen Feldern wie Erziehungswesen, Medien und Militär.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

RICHARD FABER – Erik Voegelin – ein Politotheologe autoritär-liberaler Couleur 311

Extract

RICHARD FABER Erik Voegelin – ein Politotheologe autoritär-liberaler Couleur* Der antiliberal-konservative Politologe Eric Voegelin war in den 1950er und 1960er Jahren eine ebenso intellektuelle wie universitäre Großmacht der Bundesrepublik Deutschland.1 Dann wurde es still um ihn. Seit An- fang der 1990er Jahre ist er aber mehr oder weniger – zumindest in die wissenschaftliche Öffentlichkeit – zurückgekehrt. Gerade Jüngere glau- ben, dass Voegelin die Schnittmenge von „Politik“ und „Religion“ als Erster erkannt, analysiert und problematisiert, ja Wort und Begriff „Poli- tische Religion“2 geprägt habe. Dem ist aber natürlich nicht so, wie jeder in der römischen und frühen Christentumsgeschichte halbwegs Bewan- derte weiß. 3 Selbst die Applikation varroscher, ciceronianischer und/ oder augustinischer Begrifflichkeit auf neuzeitliche und moderne Phäno- mene ist kein Voegelin’sches Patent. Vor allem aber ist er – Carl Schmitt prinzipiell vergleichbar4 selbst Vertreter, ja Propagandist einer politi- schen Religion gewesen: mehr Theopolitologe als Politotheologe, mit nicht zuletzt soziopolitischen Konsequenzen. Funktionalistisch gesehen, besitzen sozioökonomische Interessen sogar das Prius – gegenüber noch so * Zum Stichwort „autoritär-liberal“ bzw. „Autoritärer Liberalismus“ vgl. Richard Faber: Autoritärer Liberalismus. Von Thomas Hobbes zu Carl Schmitt. In: Ders. (Hrsg.): Li- beralismus in Geschichte und Gegenwart, Würzburg 2000, S. 5977. 1 Was die USA angeht, verweise ich darauf, dass der nach seiner Emigration in den USA lehrende und seit den 1940er Jahren hauptsächlich amerikanisch schreibende Voegelin von Susan Sontag in ihren „Reflexionen über Cioran“ noch um 1980 als be- kannte Größe genannt wird, wie selbstverst...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.