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Magie und Sprache

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Edited By Carlotta von Maltzan

Im Zeitalter der Globalisierung und nach der kulturwissenschaftlichen Wende verdient eine Auseinandersetzung mit den Bedeutungsdimensionen der Magie und Sprache in der Literatur im Kontext afrikanisch-europäischer Beziehungen erneute Aufmerksamkeit. Untersucht wird deshalb die Wahrnehmung von Praktiken der Magie und sprachlichen Handlungen in verschiedenen Gesellschaften. Unterliegt sie kulturellen Deutungsmustern? Wie interpretiert der nach Afrika reisende Europäer Lebensweisen dortiger Einwohner wie etwa in Texten von Ilija Trojanow (Ostafrika), Olaf Müller (Namibia), Yoko Tawada oder Ruth Weiss (Südafrika)? Wie bewertet er Rituale und magische Praktiken in Kenia (Loesch), wie blutige Auseinandersetzungen in Ruanda (Bärfuss, H.C. Buch) oder sprachliche Handlungen wie die der Namensgebung? Eine andere Umsetzung finden Magie und Sprache im europäischen Kontext, von der Rolle des Sprachmagiers bei Thomas Mann, Joseph Roth und Johannes Bobrowski bis zur Sprachmagie im Sinne Benjamins, als Beschwörung bei Paul Celan, im magischen Denken bei Alissa Walser und als Entzauberung bei Wolfgang Koeppen. Dieser Band präsentiert Ergebnisse der Tagung «Magie und Sprache», die im April 2011 an der Universität Pretoria in Südafrika stattfand.

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Carlotta von Maltzan – Einleitung: Magie und Sprache 7

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Einleitung: Magie und Sprache Mit Magie verbindet man gemeinhin Praktiken, die mit dem Übernatürli- chen, dem Nicht-Erklärbaren zu tun haben. Jene, die über magisches Wis- sen verfügen oder sich magischer Praktiken bedienen bezeichnet man als Magier, Zauberer, Hexen oder Schamanen. Seit der Moderne wird vielfach das Denken und Handeln im Zusammenhang mit magischen Praktiken als Gegenwelt zu einer naturwissenschaftlich-technisch geprägten und an Ver- nunft orientierten, und damit westlichen Gesellschaft gedeutet. Logische Konsequenz einer solchen Anschauung ist, dass sich das Reich der Magie auf vermeintlich primitive, außereuropäische Völker und damit Regionen außerhalb der westlichen Welt beschränkt. Wie eng eine solche Auffassung über Erscheinungsformen der Magie allerdings ist, wird spätestens dann deutlich, wenn man sich vor Augen hält, dass in unterschiedlichen Gesell- schaften die Rolle der Magie verschieden ist, ebenso wie sich bestimmte Handlungen je nach dem magischen Wissensbestand einer Gesellschaft als der Magie zugehörig einstufen lassen oder nicht. Im Zeitalter der Globali- sierung und nach der kulturwissenschaftlichen Wende ist daher eine einge- hendere Auseinandersetzung mit den Bedeutungsdimensionen der Magie in der Literatur, zumal im Zusammenhang mit ihren sprachlichen Umsetzungen und Manifestationen ein Desiderat, weil im Kontext afrikanisch-europäischer Beziehungen gerade Praktiken der Magie kulturellen Deutungsmustern unterliegen. Der vorliegende Band versammelt insgesamt zwanzig ausgewählte Bei- träge, die vom 28. bis 30. April 2011 an der 25. Tagung des Germanisten- verbands im südlichen Afrika (SAGV) an der Universität Pretoria in Süd- afrika gehalten wurden. Der 1966...

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