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Magie und Sprache

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Carlotta von Maltzan

Im Zeitalter der Globalisierung und nach der kulturwissenschaftlichen Wende verdient eine Auseinandersetzung mit den Bedeutungsdimensionen der Magie und Sprache in der Literatur im Kontext afrikanisch-europäischer Beziehungen erneute Aufmerksamkeit. Untersucht wird deshalb die Wahrnehmung von Praktiken der Magie und sprachlichen Handlungen in verschiedenen Gesellschaften. Unterliegt sie kulturellen Deutungsmustern? Wie interpretiert der nach Afrika reisende Europäer Lebensweisen dortiger Einwohner wie etwa in Texten von Ilija Trojanow (Ostafrika), Olaf Müller (Namibia), Yoko Tawada oder Ruth Weiss (Südafrika)? Wie bewertet er Rituale und magische Praktiken in Kenia (Loesch), wie blutige Auseinandersetzungen in Ruanda (Bärfuss, H.C. Buch) oder sprachliche Handlungen wie die der Namensgebung? Eine andere Umsetzung finden Magie und Sprache im europäischen Kontext, von der Rolle des Sprachmagiers bei Thomas Mann, Joseph Roth und Johannes Bobrowski bis zur Sprachmagie im Sinne Benjamins, als Beschwörung bei Paul Celan, im magischen Denken bei Alissa Walser und als Entzauberung bei Wolfgang Koeppen. Dieser Band präsentiert Ergebnisse der Tagung «Magie und Sprache», die im April 2011 an der Universität Pretoria in Südafrika stattfand.

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Julia Augart – Zauber und Magie in Afrikanisches Schach. Ein Leben mit den Geistern an Kenias Küste63

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Zauber und Magie in Afrikanisches Schach. Ein Leben mit den Geistern an Kenias Küste Julia Augart (University of Stellenbosch) Einleitung Afrika ist seit den 1990er Jahren ein beliebtes Thema in der deutschsprachi- gen Literatur1 und der Trend hält an. Selten sind in den letzten Jahren so viele Romane und Reportagen erschienen wie zuvor, auch zu Kenia, das bisher ein eher marginalisiertes Land in der deutschsprachigen Literatur war. 2 Nach wie vor wird jedoch meist ein romantisch verzerrtes Afrikabild in der Unterhaltungsliteratur, ein korruptes und gefährliches in der populär werdenden afrikanischen Krimilandschaft und ein von Kriegen, Krankhei- ten und Korruption geprägter Kontinent, mit einigen Ausnahmen, in den Medien gezeigt. In relativ wenigen literarischen Beispielen geht es um Zau- ber und Magie, um Voodoo und ‚witchcraft‘ – im Unterschied zur Ethnolo- gie, Anthropologie und Afrikanistik, die besonders seit den 1980er Jahren hierzu intensiv forschen.3 Von Missionaren und Kolonialisten gleicherma- ßen bekämpft existieren Zauber und Magie bis heute und werden, auch in Kenia, ohne Probleme neben dem christlichen oder muslimischen Glauben benutzt: „[M]any christians and muslims in Kenya, especially when a situa- tion seems dire, may also consult a traditional healer“.4 Es ist allerdings die 1 Siehe hierzu Dirk Göttsche: Zwischen Exotismus und Postkolonialismus. Der Afrika-Diskurs in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. In: Moustapha Diallo / Dirk Göttsche (Hg.): Intertextuelle Texturen. Afrika und Deutschland im Reflexionsmedium der Literatur. Bielefeld: Aisthesis, 2003, 161–244, hier S. 161. 2 Die literarische Qualität viele Publikationen lässt allerdings...

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