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Soziale Arbeit in Gesellschaft

Teil der Lösung – Teil des Problems?

Edited By Bernhard Haupert, Susanne Maurer, Sigrid Schilling and Franz Schultheis

Die tief greifenden sozialen und ökonomischen Veränderungen der europäischen Gegenwartsgesellschaften werfen verstärkt die Frage nach der Rolle der Sozialen Arbeit «in» der Gesellschaft und dem Verhältnis Sozialer Arbeit «zu» Gesellschaft auf. Dabei gilt es zu fragen, wie Soziale Arbeit disziplinär, professionell und institutionell auf die aktuellen gesellschaftlichen Prozesse reagiert, wie sie den vorherrschenden politischen und ökonomischen Diskursen begegnet und was sie ihnen womöglich auch entgegnet.
Auf welches gesellschaftstheoretische, professionstheoretische und berufsethische Fundament kann und will sich Soziale Arbeit im «neoliberalen» Zeitalter beziehen? Diese Frage wird in den Beiträgen dieses Buches vielfältig reflektiert.

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TIMM KUNSTREICH Partizipation im Dialog – Einiges von dem, was wir von Martin Buber und Paulo Freire lernen können 159

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159 Partizipation im Dialog – Einiges von dem, was wir von Martin Buber und Paulo Freire lernen können TIMM KUNSTREICH „Dann führen wir einen Dialog…“ – solche und ähnliche Aussagen werden immer populärer. Mit „Dialog“ ist dabei bestenfalls ein ernsthaftes Gespräch gemeint, der Begriff verkommt jedoch immer häufiger zur leeren Worthülse. In einer solchen Situation macht es Sinn, sich zunächst des kritischen Gehalts des Dialogs zu verge- wissern – am besten bei den „Gründungsvätern“ des modernen Diskurses über den Dialog: Martin Buber (1878–1965) und Paulo Freire (1921–1997). In einem zweiten Schritt wird es darum gehen, anhand von sieben Spannungsfeldern den aktuellen Kontext heu- tiger Dialoge zu charakterisieren, die – in einem dritten Schritt – an einem Fallbeispiel zu konkretisieren sind. Auf dieser Basis soll erläutert werden, was Partizipation als „wirkliches Wort“ (Freire, 1973, 71) bedeuten kann, als Einheit von Aktion und Reflexion im Arbeitsprinzip „Partizipation“. In einem letzten Fallbeispiel soll versucht werden, alle genannten Aspekte zu bündeln. Zuvor sei jedoch der Stellenwert dieser Überlegungen für eine kritische Theorie Sozialer Arbeit angedeutet. Ähnlich wie die kriti- sche Kriminologie ihren Ausgangspunkt nicht – wie die normative oder ätiologische – bei der Frage nimmt, warum eine Person von einer Norm abweicht, sondern mit der Frage beginnt, wie die Norm entstanden ist, von der abgewichen werden kann, sollte eine kri- tische Konzeption Sozialer Arbeit nicht mit der Frage nach der Bearbeitung oder Vermeidung „sozialer Probleme“ beginnen, sondern damit, wie Soziale Arbeit an der Konstitution des Sozia- len...

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