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Der musikalische Wortschatz von Notker Labeo

Wortkonkordanz und musikbezogener Kommentar

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Martin van Schaik

Der in Fachkreisen wohlbekannte Sankt Galler Klosterlehrer Notker Labeo, Notker III. oder Teutonicus (ca. 950–1022), hinterließ als erster in Westeuropa eine Reihe umfangreicher Werke, in denen er viele musikalische Fachtermini aus der lateinischen und griechischen Sprache in die Volkssprache (das Althochdeutsche) übersetzte und ausführlich kommentierte.
Der vorliegende Band untersucht Notkers Kommentar und ermöglicht neue Einsichten in Bezug auf die Musik des 10. und 11. Jahrhunderts. Die Untersuchungen sollen unseren Kenntnisstand über Musikinstrumente, aber auch über Spielbezeichnungen, Klangbezeichnungen, Namen von Personen, Völkern und mythischen Gestalten in Beziehung zur Musik, Gattungen und Incipits erweitern. Eine Konkordanz der Notkerschen Musik Termini, verbunden mit einem Kommentar, welcher die Lemmata knapp in ihrem musikgeschichtlichen Kontext darstellt, erwies sich als die hierfür meist adäquate Darstellungsform. Der Band trägt damit zur Ergänzung und Revision des aktuellen musikhistorischen Forschungsstands bei.

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Vorwort 9

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9 Vorwort Während Musikwissenschaftler sich zwar in der mittelalterlichen Musik- geschichte und der Musiktheorie auskennen, aber keine althochdeutschen Texte lesen können, wird es umgekehrt selten geschehen, dass Kenner des Schweizerdeutschen, die Notkers vor einem Jahrtausend geschriebene Schriften studieren, die Bedeutung des musikalischen Gehalts erkennen. Im Jahre 1995 wurde die früheste musiktheoretische Abhandlung, welche im Mittelalter auf römischem Boden in der deutschen Volks- sprache verfasst worden ist – und zwar die Schrift De musica von Notker Labeo –, erstmals einer breiten musikwissenschaftlichen Leserschaft er- schlossen: Erstmalig wurde eine vollständige neuhochdeutsche Wieder- gabe des in der genannten Abhandlung erhaltenen althochdeutschen Textes vorgelegt. Die Wiedergabe profitierte von einem die Schriften Notkers umfassenden Unternehmen, Notkers Althochdeutsch ins Neuhochdeut- sche zu übertragen, und sie rückte beiläufig die übrigen musikalischen Daten der Notker-Schriften ins Licht: Klangbezeichnungen, Spielbe- zeichnungen, Instrumentennamen und unterschiedliche Bezeichnungen in Beziehung zu Musikinstrumenten, Namen von Personen, Völkern und mythischen Gestalten in Beziehung zur Musik, Gattungen und Incipits. Mithin schien eine Konkordanz der Notkerschen musikalischen Termini realisierbar zu werden, und sie wurde durchgeführt – und ließ sogleich als Beigabe einen Kommentar wünschenswert erscheinen, welcher die Lem- mata der Konkordanz knapp im musikgeschichtlichen Kontext darstellt. Das Ergebnis präsentiert sich in dieser Studie. Sie beleuchtet das reiche musikalische Wissen eines um das Jahr 1000 in St. Gallen tätigen Bene- diktinermönchs. Eine interdisziplinäre Studie wie diese kann allerdings ohne die Zu- sammenarbeit mit anderen Spezialisten nicht zustande kommen. Ich möchte dieses Vorwort daher abschließen...

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