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Über Gemütsregungen

Emotionen zwischen philosophischer Theorie und psychotherapeutischer Praxis

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Carlo Calanchini

Emotionen haben als menschliches Phänomen schon früh bei Philosophen und Dichtern grosses Interesse geweckt. Für manche Denker waren sie nur negativ, andere dagegen sahen sie als unentbehrlicher Bestandteil der menschlichen Seele. Seit der Antike versucht man, die primären Emotionen von abgeleiteten zu unterscheiden, um sie besser erforschen zu können. Jahrhundertelang galten Emotionen als der Vernunft entgegengesetzte, das logische Denken störende und aus den tiefsten und unreinsten Teilen der Seele hervortretende Kräfte. Der Autor betrachtet verschiedene Theorien über Emotionen sowohl aus einer geschichtlichen als auch aus einer moderneren wissenschaftlichen Perspektive. Darüber hinaus versucht er, Emotionen nicht nur im Lichte theoretischer Überlegungen zu sehen, sondern sie auch auf Grund seiner Erfahrungen als Arzt und Psychotherapeut zu verstehen. Dabei rückt er die für die Psyche wesentliche Wechselwirkung zwischen Denken und Fühlen in den Vordergrund.

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Einleitung 9

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9Einleitung Die vorliegende Arbeit, deren Ziel es ist, auf der Grundlage von Erfahrun- gen, Gelesenem und den daraus abgeleiteten theoretischen Überlegun- gen eine persönliche Meinung zur Natur von Emotionen zu formulieren, wurde angeregt durch den Buchtitel: „Thinking about feelings“ (he- rausgegeben von Robert C. Solomon, Oxford New York 2004) mit dem Untertitel „Contemporary Philosophers on Emotions“; der Band ist Teil der Reihe „Series in Affective Science“. Was gibt es dazu zu sagen? Beim Nachdenken über „feelings“ schreiben Philosophen von „emotions“ und ihre Abhandlungen ge- hören offensichtlich zum Themenbereich der „affective science“. Noch bevor wir mit der Lektüre des Buches beginnen, sind wir schon mit drei verschiedenen Wörtern konfrontiert, von denen die ersten beiden als Synonyme gebraucht zu werden scheinen, und das dritte – „affect“ – entweder als übergeordneter Begriff oder vielleicht ebenfalls als Synonym. In jedem Fall verblüfft die Verwendung von drei verschiedenen, sich – scheinbar – alle auf eine einzige Sache beziehenden Termini innerhalb von nur fünf Zeilen diejenigen, die sich als Laien zum ersten Mal ganz arglos mit dem Thema befassen. Um was geht es hier überhaupt? Auf der Suche nach Klarheit gibt es verschiedene Herangehensweisen. Die erste und wahrscheinlich naheliegendste besteht darin, ein Wörterbuch oder ein Synonymwörterbuch zu konsultieren. Diese Her- angehensweise ermöglicht es uns, den Sinn der drei Wörter zu über- prüfen und festzustellen, ob es sich um Synonyme handelt oder nicht. Sie gibt uns jedoch nicht notwendigerweise Aufschluss über die Na- tur von Emotionen und – falls es keine...

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