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Abfalltechnik

3. überarbeitete Auflage

Edited By Christoph Leitzinger, Leo S. Morf and Martin F. Lemann

Die Menschheit kämpft, seit sie ihren Status als nomadisierende Völker aufgegeben hat, mit der Entsorgungsproblematik ihrer Rückstände aus dem täglichen Leben. Heute sucht man ökologische Lösungen, welche ebenfalls ökonomisch tragbar sind. Dieses Buch zeigt die Geschichte dieses Dilemmas und die heute auf dem Markt vorhandenen technischen Lösungen auf.
In einem ersten Teil wird ein Überblick über die Geschichte der Menschheit und ihrer Abfälle gegeben. Der beschrittene Weg in Europa wird aufgezeigt und die heutige Gesetzgebung in der Schweiz aber auch in Europa erläutert. Ein Blick über die europäischen Grenzen hinaus auf andere Kontinente zeigt, dass die dortigen Bewohner heute mit den gleichen Problemen kämpfen, wie sie Europa zu Beginn des 20. Jahrhunderts kannte. Der zweite Teil befasst sich näher mit der Abfalldefinition, den technischen Möglichkeiten um Abfälle zu recyclieren und den Verfahren, um nicht wieder verwertbare Abfälle so zu behandeln, dass sie ökologisch sicher zurück in die natürliche Umgebung gebracht werden können. Dabei wird sowohl auf kommunale wie auch industrielle Abfälle eingegangen. Ebenfalls werden Spezialgebiete wie Sonderabfälle, Klärschlamm, die Deponieproblematik oder biogene Abfälle beleuchtet.

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2 Abfallbewirtschaftung: Systemgrenzen – Randbedingungen – Definitionen 29

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29 2 Abfallbewirtschaftung: Systemgrenzen – Randbedingungen – Definitionen 2.1 Abfallbewirtschaftung Die Abfallbewirtschaftung umfasst Entstehung, Behandlung und Endla- gerung von Abfallstoffen und deren Folgeprodukten. Damit will man die Abfallprobleme gemäss dem Leitgedanken der drei V’s «vermeiden, ver- mindern, verwerten» an der Wurzel angehen, indem die Stoffflüsse im ganzen Bereich menschlicher Aktivitäten (Anthroposphäre) aufgezeigt, analysiert und optimiert werden sollen. Dieses Ziel erreicht man über Stoff- flussanalysen (Erfassung sämtlicher Prozesse, denen ein bestimmter Stoff ausgesetzt ist – siehe Kapitel 4.3) in den verschiedenen Stoffbereichen wie Haushalt, Industrie oder Verkehr. Schematisch dargestellt ergibt sich fol- gendes Bild (Grafik, S. 30). Auf dem Flussdiagramm wird nur der Weg der Siedlungsabfälle aufge- zeigt. Ein ähnliches Schema könnte auch für Sondermüll oder Klärschlamm erstellt werden. 2.2 Definitionen Abfälle: Gemeint sind bewegliche Sachen1, welche der Besitzer nicht mehr haben will, weshalb eine geordnete Entledigung im Interesse der Öffent- lichkeit notwendig wird. Nach dem deutschen Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (Krw-/AbfG), welches am 07. Oktober 1996 in Kraft gesetzt wurde, müssen dabei beide Sachverhalte gegeben sein («bewegliche Sache» und «nicht mehr haben will»). Zudem muss bei Produkten oder Stoffen 1 Immobile Sachen, wie z. B. Häuser, sind kein Abfall! 30 (Quelle: Abfalltechnik 1984) 31 eine der drei Fiktionen «tatsächliche – Wille zur – Zwang zur – Entledigung» erfüllt sein, damit sie zu Abfällen werden. Wirtschaftlich gesehen sind «Abfälle» Stoffe und Gegenstände, welche jetzt und in absehbarer Zeit für den Besitzer keinen wirtschaftlichen Wert mehr besitzen und deren Auf-...

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