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Abfalltechnik

3. überarbeitete Auflage

Edited By Christoph Leitzinger, Leo S. Morf and Martin F. Lemann

Die Menschheit kämpft, seit sie ihren Status als nomadisierende Völker aufgegeben hat, mit der Entsorgungsproblematik ihrer Rückstände aus dem täglichen Leben. Heute sucht man ökologische Lösungen, welche ebenfalls ökonomisch tragbar sind. Dieses Buch zeigt die Geschichte dieses Dilemmas und die heute auf dem Markt vorhandenen technischen Lösungen auf.
In einem ersten Teil wird ein Überblick über die Geschichte der Menschheit und ihrer Abfälle gegeben. Der beschrittene Weg in Europa wird aufgezeigt und die heutige Gesetzgebung in der Schweiz aber auch in Europa erläutert. Ein Blick über die europäischen Grenzen hinaus auf andere Kontinente zeigt, dass die dortigen Bewohner heute mit den gleichen Problemen kämpfen, wie sie Europa zu Beginn des 20. Jahrhunderts kannte. Der zweite Teil befasst sich näher mit der Abfalldefinition, den technischen Möglichkeiten um Abfälle zu recyclieren und den Verfahren, um nicht wieder verwertbare Abfälle so zu behandeln, dass sie ökologisch sicher zurück in die natürliche Umgebung gebracht werden können. Dabei wird sowohl auf kommunale wie auch industrielle Abfälle eingegangen. Ebenfalls werden Spezialgebiete wie Sonderabfälle, Klärschlamm, die Deponieproblematik oder biogene Abfälle beleuchtet.

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12 Klärschlämme 351

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351 12 Klärschlämme 12.1 Geschichtliche Aspekte zum Abwasser aus den menschlichen Siedlungen Wie in Kapitel 1.1 dargestellt, ergab sich ein Abwasserproblem erst mit dem sesshaft werden der menschlichen Spezies. Seither werden immer wieder Anstrengungen unternommen um das Abwasserproblem in den Griff zu bekommen. Beispiele dazu findet man bereits im alten Orient –den Baby- loniern und Syrern war die unterirdische Entwässerung bekannt. Auch die Ägypter legten grossen Wert auf die Entwässerung ihrer Pyramiden und Tempel. Sie betrieben, wie auch die Römer, öffentliche Bäder und Abort- anlagen mit Wasserspülung zur Abschwemmung der Fäkalien in unterirdi- sche Kanälen (etwa die «Cloaca Maxima» in Rom, 590 vor Christus). In der Spätantike besass allein die Stadt Rom schon 144 öffentliche Latrinen, welche aber noch keine «Klosetts1» darstellten (siehe Bild, S. 352)! Es gab auch bereits Pissoirs, welche aus einer im Freien aufgestellten, durch das Abbrechen der Mündung erweiterten Amphoren bestanden – so genannte «Amphora angiporto», also «Amphoren im Nebengässchen». Walker2 und Gerber3 verwendeten den Urin, um ihr Gewerbe ausüben zu können. Dieses Wissen ging im Mittelalter, infolge der Wirren der Völker- wanderung, weitgehend verloren (siehe dazu Kapitel 1.1). Erst die erwähn- te Choleraepidemie, welche Europa im 19. Jahrhundert heimsuchte, brachte eine Besserung, indem erneut Abwasserkanäle mit anschliessen- der Behandlung der Abwässer in den Agglomerationen Einzug hielten. 1 Klosett: Lat. «Claustrum» = «abgeschlossener Raum» und lat. «claudere» = verschliessen. 2 Walken: Walkfilz ist in der Regel sehr harter fester Filz, dessen...

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