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Gründung und Anerkennung

Unternehmertum von Migrantinnen und Migranten

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Raphaela Hettlage

Das Thema Unternehmensgründung durch Zugewanderte fand in der Schweiz bisher wenig Beachtung. Migrantinnen und Migranten wurden vor allem im Rahmen der Gastarbeiterwanderung der Nachkriegszeit und der Asylzuwanderung untersucht, wobei in diesen Gruppen wenig potenzielle Unternehmensgründer und -gründerinnen vermutet wurden. Die vorliegende Arbeit untersucht diese bisher wenig beleuchtete Zugewandertengruppe. Zu diesem Zweck befragte die Autorin italienische, türkische, serbische und srilankesische Männer und Frauen der ersten und zweiten Generation aus verschiedenen Sparten wie Buchhandel, Kiosk, Take-Away, Reisebüro, Kosmetik, Kampfsport und andere mehr. Anhand von Netzwerkvergleichen und biographischen Falldarstellungen wird dargelegt, welche Motive die Zugewanderten – solche mit ausländischem Pass sowie Eingebügerte – haben, um die selbständige Erwerbstätigkeit anzustreben, welche Schwierigkeiten sie auf diesem Weg zu überwinden haben, und welche Hilfe sie wo und von wem einfordern können, um ihre unternehmerischen Ziele zu erreichen.

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Teil II - Kapitalien, biografische Erfahrung und Gender: theoretischer Zugang zum Unternehmertumvon Migrantinnen und Migranten 73

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73 Teil II Kapitalien, biografische Erfahrung und Gender: theoretischer Zugang zum Unternehmertum von Migrantinnen und Migranten Teil II hat die verschiedenen theoretischen Zugänge zum Thema, die die vorliegende Arbeit beeinflusst haben. Zunächst einmal ist dies die mittlerweile breite Literatur zum Unternehmertum von Migran- tinnen und Migranten (vgl. Kapitel 1). In der Literatur gibt es zwar unterschiedliche Ansichten darüber, wer im eigentlichen Sinne als Unternehmerin oder Unternehmer bezeichnet werden könne, jedoch verzichten empirische Untersuchungen meist auf die Unterscheidung zwischen einfacher Selbstständigkeit und innovativem Unternehmer- tum. Geht es um selbstständigerwerbende Migrantinnen und Migran- ten, steht meist eine andere Fragestellung im Vordergrund, nämlich: Welches sind die Unterschiede im Unternehmertum verschiedener Gruppen und wie können diese erklärt werden? In diesem Zusam- menhang wird die Frage aufgeworfen, wie ethnisch „Ethnic Busi- ness“ eigentlich ist. Das zweite Kapitel geht auf die Kapitalsorten nach Bourdieu ein, die den Zugang zu bestimmten Positionen im Feld erlauben oder eben, falls nicht vorhanden, verunmöglichen. Mit seiner Theorie der Kapitalsorten wirft Bourdieu die Frage auf, welcher Zusammenhang zwischen individuellen Handlungsmustern, Struktur und sozialer Stel- lung besteht. Die Theorie bietet den Vorteil, das Handeln der Akteurin- nen und Akteure als relational innerhalb der Strukturen zu begreifen. Die praktische Verfügung über die entsprechende Sorte Kapital be- dingt die Handlungschancen einer Akteurin, eines Akteurs innerhalb eines spezifischen sozialen Feldes. Damit lässt sich anhand des biogra- fischen Hintergrundes der Migrantinnen und Migranten analysieren, wie strukturelle Bedingungen und Handlungsmuster zusammenfallen, ohne dass man kulturdeterministische...

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