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Gründung und Anerkennung

Unternehmertum von Migrantinnen und Migranten

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Raphaela Hettlage

Das Thema Unternehmensgründung durch Zugewanderte fand in der Schweiz bisher wenig Beachtung. Migrantinnen und Migranten wurden vor allem im Rahmen der Gastarbeiterwanderung der Nachkriegszeit und der Asylzuwanderung untersucht, wobei in diesen Gruppen wenig potenzielle Unternehmensgründer und -gründerinnen vermutet wurden. Die vorliegende Arbeit untersucht diese bisher wenig beleuchtete Zugewandertengruppe. Zu diesem Zweck befragte die Autorin italienische, türkische, serbische und srilankesische Männer und Frauen der ersten und zweiten Generation aus verschiedenen Sparten wie Buchhandel, Kiosk, Take-Away, Reisebüro, Kosmetik, Kampfsport und andere mehr. Anhand von Netzwerkvergleichen und biographischen Falldarstellungen wird dargelegt, welche Motive die Zugewanderten – solche mit ausländischem Pass sowie Eingebügerte – haben, um die selbständige Erwerbstätigkeit anzustreben, welche Schwierigkeiten sie auf diesem Weg zu überwinden haben, und welche Hilfe sie wo und von wem einfordern können, um ihre unternehmerischen Ziele zu erreichen.

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Teil III - Forschungsprozess und Methodik 151

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151 Teil III Forschungsprozess und Methodik Die Erforschung der selbstständigen Erwerbstätigkeit von Migran- tinnen und Migranten in der Schweiz im Spannungsfeld von Biogra- fie, Geschlecht und Netzwerk soll aufdecken, wie sich Handlungs- strategien von Unternehmerinnen und Unternehmern innerhalb dieser Triade entwickeln und äussern. Ein multiperspektivischer Zugang wurde gewählt, um eine umfassende, ganzheitliche Darstellung der Handlungsstrategien zu erreichen und die Biografie der ausländischen Unternehmerinnen und Unternehmer in einem breiteren Kontext ver- orten zu können. Die Kombination zweier Erhebungsinstrumente soll das gewonnene Material aus verschiedenen Blickwinkeln beleuch- ten: erstens aus dem biografisch-narrativen und zweitens aus dem netzwerktheoretischen. Dieser dritte Teil der Arbeit erläutert im ersten Kapitel die bio- grafisch-narrative Methode, die gewählt wurde, um den subjektiven Bedeutungs- und Relevanzrahmen zu erfassen. Der Verlauf lebens- geschichtlicher Ereignisse und Erfahrungen wurde erhoben, um die Frage zu klären, wie die Selbstständigkeit darin eingebettet ist und präsentiert wird. Das zweite Kapitel stellt den netzwerktheoretischen Zugang vor und beschreibt, wie anhand eines standardisierten Netz- werkfragebogens das Umfeld der Befragten erhoben wird. Da es sich um eine persönliche (oder auch „ego-zentrierte“) Netzwerkanalyse handelt, stehen die Unternehmer und Unternehmerinnen als Netz- werkknotenpunkt im Zentrum. Erfasst werden Umfang, Art und Funk- tion ihres Unterstützungsnetzwerks. Das dritte Kapitel schliesslich legt dar, wie die beiden Methoden verknüpft wurden und worin die Schwierigkeiten und die Chancen einer solchen Methodentriangula- tion bestehen. 152 153 Kapitel 1 Biografisch-narrative Interviews Im Gegensatz zur Lebenslaufforschung, die sich als quantitative Methode mit objektiven Daten besch...

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