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Gründung und Anerkennung

Unternehmertum von Migrantinnen und Migranten

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Raphaela Hettlage

Das Thema Unternehmensgründung durch Zugewanderte fand in der Schweiz bisher wenig Beachtung. Migrantinnen und Migranten wurden vor allem im Rahmen der Gastarbeiterwanderung der Nachkriegszeit und der Asylzuwanderung untersucht, wobei in diesen Gruppen wenig potenzielle Unternehmensgründer und -gründerinnen vermutet wurden. Die vorliegende Arbeit untersucht diese bisher wenig beleuchtete Zugewandertengruppe. Zu diesem Zweck befragte die Autorin italienische, türkische, serbische und srilankesische Männer und Frauen der ersten und zweiten Generation aus verschiedenen Sparten wie Buchhandel, Kiosk, Take-Away, Reisebüro, Kosmetik, Kampfsport und andere mehr. Anhand von Netzwerkvergleichen und biographischen Falldarstellungen wird dargelegt, welche Motive die Zugewanderten – solche mit ausländischem Pass sowie Eingebügerte – haben, um die selbständige Erwerbstätigkeit anzustreben, welche Schwierigkeiten sie auf diesem Weg zu überwinden haben, und welche Hilfe sie wo und von wem einfordern können, um ihre unternehmerischen Ziele zu erreichen.

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Teil IV - Empirie 201

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201 Teil IV Empirie Basis des empirischen Teils ist die Befragung von 38 Unternehmerin- nen und Unternehmern mit Migrationshintergrund. Für die Interviews in der Schweiz wurde vor allem Wert auf eine möglichst gleichmäs- sige Verteilung nach Geschlecht, Generation und nationaler Herkunft (Türkei, Italien, Ex-Jugoslawien und Sri Lanka) gelegt. Auf die Art des Unternehmens, die Grösse, den Umsatz und die Branchenzuge- hörigkeit wurde weniger geachtet. Entsprechend stellen die befrag- ten Unternehmer und Unternehmerinnen eine sehr heterogene Grup- pe dar. Eine genaue Übersicht über demografische Variablen und Art des Unternehmens sind in den Tabellen 5 und 6 im Teil III zu finden. Das erste Kapitel der empirischen Analyse beschreibt das per- sönliche Netzwerk der selbstständigerwerbenden Migrantinnen und Migranten. Struktur, Zusammensetzung, Funktionen und Multiple- xitäten geben einen Einblick in die verschiedenen Arten von Netz- werkbeziehungen auf einer Meso-Ebene. Netzwerkdaten fliessen aber auch auf einer Mikro-Ebene in die Analyse ein; diese Ebene wird im zweiten Kapitel betrachtet und als Ergänzung zu den biografisch- narrativen Interviews präsentiert. Die einzelnen Lebensgeschichten von drei Eckfällen werden mit Netzwerkdaten auf der individuellen Ebene angereichert und als Grundtypus dargestellt. Ziel ist es, her- auszuarbeiten, wie die Typen von Unternehmerinnen und Unterneh- mern gelagert sind und welche biografischen, geschlechtlichen und auch netzwerkabhängigen Erfahrungen sie machen. 202 203 Kapitel 1 Unterstützungsnetzwerke unternehmerischer Migrantinnen und Migranten in der Schweiz Den theoretischen Grundlagen lässt sich entnehmen: Soziale Netz- werke spielen nicht nur bei Migrationsentscheiden eine bedeutende Rolle, sondern...

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