Show Less

Dissoziative Anfälle

Studie über ein hysterisches Symptom

Series:

Matthias Schmutz

Die freudsche Hysterie gilt heute weithin als obsolet und die berühmten Fallgeschichten über die damaligen Hysterikerinnen werden gerne als Ausdruck einer zeitbedingten Überspanntheit interpretiert. Am Beispiel der dissoziativen Anfälle weist der Autor jedoch nach, dass die ehemaligen hysterischen Symptome – aktuell als Konversions- und dissoziative Störungen benannt – nach wie vor auftreten und eine große klinische Herausforderung darstellen. Die involvierten Disziplinen der Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie tun sich schwer mit Diagnose und Therapie. Historisch fundiert und gleichzeitig mit hohem Praxisbezug referiert der Autor die wichtigen theoretischen Entwicklungen aus Psychoanalyse und Psychosomatik sowie die aktuelle Forschungspraxis.
Die Prognose bei dissoziativen Anfällen ist vergleichsweise schlecht, die Rate sozialmedizinischer Komplikationen hoch. Eine empirische, prospektiv durchgeführte Untersuchung über verlaufsprädiktive Faktoren zeigt, dass psychodynamische und persönlichkeitspsychologische Merkmale einen bedeutsamen Erklärungswert aufweisen und für die Therapiegestaltung relevant sind.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Inhalt

Extract

Vorwort 13 Einleitung 17 1 Historischer Überblick und Theorieentwicklung 21 1.1 Hysterische Anfälle von der Antike bis zum 19. Jahrhundert 21 1.1.1 Die wandernde Gebärmutter: Hysterie in der Antike 22 1.1.2 Die «stigmata diaboli»: Hysterie im christlichen Mittelalter 24 1.1.3 Die wissenschaftliche Wiederaneignung der Hysterie vom 16. bis 19. Jahrhundert 27 1.1.4 «La grande hystérie»: Die Erfindung der modernen Hysterie 32 1.1.5 Exkurs über die «Hystero-Epilepsie» 33 1.1.6 Charcots Hysteriekonzeption 35 1.1.7 Der Wechsel zum psychogenetischen Paradigma 38 1.2 Hysterie und Konversion bei Freud 42 1.2.1 Hysterie als ödipale Neurose 50 1.2.2 Hysterische Anfälle 51 1.2.3 Ein «unfruchtbares Gebiet»? 55 1.3 Weiterentwicklungen der freudschen Hysterie- und Konversionskonzepte 57 1.3.1 Fenichels Konzept der prägenitalen Konversion 57 81.3.2 Alexanders Unterscheidung von (hysterischer) Konversions- und vegetativer Neurose 58 1.3.3 Oralität bei der hysterischen Persönlichkeit 59 1.3.4 Zur Assoziation von Konversion, Hysterie und hysterischer Persönlichkeit 61 1.3.5 «Konversions-Reaktion» als Kommunikation: Die Beiträge von Ziegler und Imboden 65 1.3.6 Engel und Schmale: Konversion und «somatopsychisch-psychosomatische Reaktion» 66 1.3.7 Zur Diagnose der Konversionsstörung: Die Beiträge von Engel, Adler und Hoffmann 69 1.3.8 Hysterie ohne Konversion: Zum Schicksal der Hysterie in der Psychoanalyse nach Freud 73 1.3.9 Mentzos, Rupprecht-Schampera und Boothe: Beiträge zur psychoanalytischen Hysterietheorie 76 1.4 Hysterie ohne Psychoanalyse: Diagnostische De- und Rekonstruktionen im Verlaufe des 20. Jahrhunderts 80 1.4.1 Briquets Comeback: Die Somatisierungsstörung 82 1.4.2 Janets Comeback: Die dissoziativen Störungen 86 1.4.3 Die Hysterie in den Diagnosemanualen DSM und ICD...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.