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Alterspflege in der Schweiz

Ein föderal geprägtes Politikfeld im europäischen Vergleich

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Rahel Strohmeier Navarro Smith

Wer ist für die Sorge im Alter verantwortlich, wenn sie nicht mehr selber wahrgenommen werden kann und niemand da ist im unmittelbaren Umfeld, die oder der helfen könnte? Welches sind die institutionellen Voraussetzungen, damit Altershilfe und Alterspflege bedürfnisgerecht, kontinuierlich und umfassend erbracht werden können?
Diesen Fragen geht die Autorin auf der Basis von drei Fallvignetten nach. Sie untersucht in vergleichender Perspektive, wie sich Angebote und Organisation der Altershilfe und Alterspflege in acht europäischen Ländern zwischen 1980 und 2006 entwickelt haben. Insbesondere das Wohlfahrtssystem, weniger die Staatsstruktur, spielt eine zentrale Rolle für die konkrete Ausgestaltung der Altershilfe und Alterspflege in einem Land, lautet eines der Hauptergebnisse der europäischen Vergleichsstudie. Anhand eines Mehrebenenmodells analysiert die Autorin regionale Unterschiede sowie Hintergründe und Auswirkungen von Zuständigkeitsverschiebungen zwischen den verschiedenen Staatsebenen und Akteuren bei der Organisation der Angebote. Stärkung der sozialen Rechte, Zugangssicherung und Leistungskoordination stellen zentrale Momente dar für die Weiterentwicklung der Altershilfe und Alterspflege in der Schweiz im Sinne einer integrierten Versorgung.

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3. Altershilfe und Alterspflege 37

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37 3. Altershilfe und Alterspflege In jüngster Zeit haben sich neben der sich mehr und mehr etablieren- den Pflegewissenschaft verschiedene weitere Wissenschaftsdiszipli- nen mit der Altershilfe und Alterspflege auseinandergesetzt mit jeweils unterschiedlichen Forschungsinteressen. Im folgenden Forschungs- überblick werden einige soziologische und vergleichend-politologische Arbeiten vorgestellt, wobei eher praxisorientierte und eher theorie- fokussierte Arbeiten unterschieden werden. Damit soll ein Einblick in die Forschungslandschaft gewährt werden, ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Vielmehr geht es darum, das Forschungs- vorhaben der vorliegenden Dissertation unter den vorgestellten For- schungsarbeiten einzuordnen und die Lücke auszuweisen, welche die Autorin mit der vorliegenden Dissertation zu schliessen versucht. 3.1 Bisherige Forschung zur Altershilfe und Alterspflege 3.1.1 Forschung zur Altershilfe und Alterspflege in der Schweiz In der soziologischen Forschung zum Thema Alter stehen zumeist die alternde Gesellschaft und ihre Auswirkungen auf das gesellschaft- liche Zusammenleben im Fokus.18 Der demografische Wandel stellt 18 Kern fasst die soziologische Forschung zum Thema Alter folgendermassen zu- sammen: „In den 1950er- und 1960er-Jahren versuchten Soziologen, wissen- schaftliche Theorien zum ‚optimalen Altern‘ zu entwickeln. Massgeblich waren die activity theory (Robert Havighurst, Ruth Albrecht, 1953) und die disengage- ment theory (Elaine Cumming, William Henry, 1961). Die erste sieht das ,rich- tige Altern‘ in der Beibehaltung der bisherigen Aktivitäten aus dem mittleren Lebensabschnitt. Für die zweite wird das Alter charakterisiert durch einen suk- zessiven Rückzug aus allen Aktivitäten des Lebens, bis zum Tod. Heute wird nicht mehr nach einer alles erklärenden Alterstheorie gesucht. Altern wird als 38 dabei...

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