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Die Bedeutung der Rezeptionsliteratur für Bildung und Kultur der Frühen Neuzeit (1400-1750), Bd. 1

Beiträge zur ersten Arbeitstagung in Eisenstadt (März 2011)

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Edited By Alfred Noe and Hans-Gert Roloff

Die Mittlere Deutsche Literatur zwischen 1400 und 1750 weist einen beträchtlichen Bestand an deutschsprachiger Rezeptionsliteratur auf, deren Vorlagen der antiken Literatur (griech. röm.), der Literatur Italiens, Frankreichs und Englands, vor allem aber der neulateinischen Literatur Europas und der europäischen Kirchenliteratur entstammen. Auf diesem Wege ergoss sich eine grosse Flut von neuen Informationen, Ideen und Formen über das lesebegierige Publikum, das zumeist keine andere Sprache als das deutsche Idiom verstand.
Die Sichtung, Aufarbeitung, funktionelle Definition und bildungsgeschichtliche Wertung der Rezeptionsliteratur gehört zu den historisch aussagekräftigsten Aufgaben der Erforschung der Kultur der Frühen Neuzeit. Die erste Arbeitstagung in Eisenstadt (März 2011) hat die Diskussion zu diesem Phänomen eröffnet und befasst sich mit Fragestellungen wie: Welchen Wirkungsraum und welche Funktion hatte die Rezeptionsliteratur? Wer sind die Übersetzer, die Produzenten und wer die Leser? Welche Rezeptionsvorgänge sind festzustellen? Weitere Tagungen zum Thema werden folgen.

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Anne Wagniart – Status und Funktion der Übersetzung im schlesischen Kunstdrama. Von Opitz zu Hallmann 197

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Status und Funktion der Übersetzung im schlesischen Kunstdrama. Von Opitz zu Hallmann Anne Wagniart (Amiens) Von den Dichtern des schlesischen Kunstdramas wurden während nahezu des ganzen 17. Jahrhunderts neben Originalwerken auch Übersetzungen griechischer, lateinischer, neulateinischer, niederländischer, französischer und italienischer Dramen veröffentlicht. Martin Opitz (1597–1639), And- reas Gryphius (1616–1664), und Johann Christian Hallmann (1640?–1704?) haben zehn Dramenübersetzungen hinterlassen, ein Korpus, das hier als Ganzes betrachtet werden soll. Opitz, der Begründer der schlesischen Dichterschule, veröffentlichte 1625 L. Annaei Senecae Trojanerinnen und 1627 Dafne, die Übertragung eines Librettos von Ottavio Rinuccini.1 1635 folgte Judith nach der Vorlage eines Librettos von Andrea Salvadori sowie des gleichnamigen epischen Gedichts des französischen Calvinisten Guillaume du Bartas.2 1636 ver- deutschte Opitz noch Sophokles’ Antigone.3 Gryphius übersetzte ebenfalls vier Dramen, zwei Tragödien und zwei Komödien.4 1652 wurde seine Übersetzung von Jost van Vondels Trauer- spiel Gebroeders vom Breslauer Magdalenen-Gymnasium aufgeführt und 1 Opitz wird zitiert nach: Martin Opitz. Gesammelte Werke. Kritische Ausgabe. Hrsg. von George Schulz-Behrend: Trojanerinnen, Bd.II,2, Stuttgart 1979, S. 424–522. Dafne, Bd. IV,1, Stuttgart 1989, S. 61–84. Judith und Antigone werden zitiert nach der Ausgabe von Erich Trunz (Hrsg.): Martin Opitz. Geist- liche Poemata. Tübingen 1975, S. 87–120 sowie Martin Opitz. Weltliche Poe- mata 1. Teil. Tübingen 1967, S. 247–308. 2 Dazu siehe die Einführung von Elisabeth Rothmund (Hrsg.): Martin Opitz. Le Livre de la Poésie allemande, Toulouse: Presses Universitaires du Mirail...

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