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Wenn Saturn seine Kinder frisst

Kinderhexenprozesse und ihre Bedeutung als Krisenindikator

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Nicole Janine Bettlé

Während rund vier Jahrhunderten verfolgten geistliche und weltliche Gerichte angebliche Hexen, unter aktiver Mitwirkung der Bevölkerung. Aber nicht nur Erwachsenen machte man vom 15. bis ins frühe 18. Jahrhundert den Prozess. Auch zahlreiche Kinder, deren genaue Anzahl von der Wissenschaft bisher nicht ermittelt worden ist, wurden wegen Zauberei- und Hexereidelikten angeklagt und hingerichtet. Über vierhundert dieser Fälle werden in dieser Untersuchung erstmals zusammenfassend dargestellt und einer detaillierten Analyse unterzogen. Dabei stehen die Strafverfahren der Schweizer Hexenkinder, die nach langer Tabuisierung auf diese Weise Eingang in die moderne Forschung finden, im Mittelpunkt der Untersuchung. Unter Einbezug von Kultur- und Mentalitätsgeschichte der damaligen Zeit wird am Beispiel der «Hexenkinder» folgenden Fragen nachgegangen: Unter welchen soziokulturellen, demografischen sowie ökonomischen Bedingungen bzw. aufgrund welcher religiösen und rechtspolitischen Vorbilder ist eine Gesellschaft bereit, Angehörige der Nachfolgegeneration zu opfern? Und welche Mechanismen bestimmen ursächlich dieses Verhalten, das epochenübergreifend in Erscheinung tritt, obwohl es doch den Prinzipien der Menschlichkeit widerspricht und zudem die Erhaltung der Art gefährdet?

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Literaturverzeichnis - 455

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455 Literaturverzeichnis Gedruckte Quellen und Darstellungen 349 ACTEN ZUR GESCHICHTE des Kriegsjahres 1531. In: Archiv für die schweizerische Re- formations-Geschichte. Hg. v. Veranstaltung des Schweizerischen Piusvereins. Bd. 2. Solothurn 1872. S. 155–492. ACHERMANN, Hansjakob: Hexen und Hexer in Nidwalden. (Unveröffentlichtes Vortragsmanu- skript im Staatsarchiv Nidwalden). Stanz 1994. AHRENDT-SCHULTE, Ingrid: Schadenzauber und Konflikte. Sozialgeschichte von Frauen im Spiegel der Hexenprozesse des 16. Jahrhunderts in der Grafschaft Lippe. In: Der Hexen- streit. Frauen in der frühneuzeitlichen Hexenverfolgung. Freiburg i. Br. 1995. S. 174– 210. ALFING, Sabine: Hexenjagd und Zaubereiprozesse in Münster. Vom Umgang mit Sünden- böcken in den Krisenzeiten des 16. und 17. Jahrhunderts. Münster/New York 1991. ANONYMUS: Newer Tractat von der verführten Kinder Zauberey. Aschaffenburg (Quirin Botzer) 1629. APPENZELLER, Gotthold: Strafvollzug und Gefängniswesen im Kanton Solothurn vom 15. Jahr- hundert bis zur Gegenwart. Solothurn 1957. ARNOLD, Klaus: Kindheit im europäischen Mittelalter. In: Zur Sozialgeschichte der Kind- heit. Hg. v. Jochen Martin und August Nitschke. Freiburg/München 1986. S. 443–468. AUREGGI, Olimpia: La stregoneria nelle alpi centrali. In: Bollettino della società storica valtellinese 15 (1961). S. 114–160. BÄCHTOLD, Jakob (Hg.): Die Stretlinger Chronik. Ein Beitrag zur Sagen- und Legendenge- schichte der Schweiz aus dem XV. Jahrhundert. Frauenfeld 1877. BADER, Guido: Die Hexenprozesse in der Schweiz. Diss. Zürich 1945. BART, Philippe: Hexenverfolgungen in der Innerschweiz 1670–1754. In: Der Geschichts- freund. 158. Band. Zug 2005. S. 7–161. BASCHWITZ, K.: Hexen und Hexenprozesse. Die Geschichte eines Massenwahns und...

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