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Primärprozess, Emotionen und Beziehungsmuster in Tagträumen

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Isabelle Meier

Bei dieser Arbeit handelt es sich um eine explorative Studie über Imaginationen. Das Erkenntnisinteresse betrifft die Frage, wie in Imaginationen unbewusste und vorbewusste Beziehungsmuster bearbeitet und neue Erlebnis- und Verhaltensmöglichkeiten erprobt werden können. Untersucht wird, ob Imaginationen den Primärprozess aktivieren und wieweit in ihnen Emotionen und Beziehungsmuster positiver ablaufen als in Wacherzählungen. Im empirischen Teil der Arbeit werden die Hypothesen anhand von 20 Tagträumen von 12 Probandinnen und Probanden untersucht.

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2. Theorie 17

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17 2. Theorie 2.1 Imaginationen J. L. Singer weist in seiner Überblicksarbeit (1978) auf den bereits frühen, weltweiten Gebrauch von imaginativen Methoden hin. In vie- len Heilungsritualen wurden immer wieder Imaginationen eingesetzt, um nicht-alltägliche Schichten der Psyche zu erreichen, sei dies in schamanistischen Anrufungen (Elsensohn 1998) oder sei dies in den Meditationen von Ignatius von Loyola um 1550 (Jung 1955/56). Aber auch kreative Prozesse hoffte man mit Imaginationen – zu deutsch Phantasie – in Gang zu setzen. Menschliche Phantasie war denn auch seit jeher inspirierend für Dichter und Künstler. Als eines der frü- hesten Zeugnisse der Kraft der Imaginationen bezeichnet Singer die berühmten Höhlenmalereien von Lascaux, in denen die Höhlen- maler Tageserinnerungen bildlich an den Wänden festhielten. Anschei- nend im Schein eines Feuers malten sie in den dunklen Höhlen die Tiere, die sie tagsüber jagten. Singer ist überzeugt: “Das Imaginative ist es also, das dem Menschen das Gefühl gibt, dass er die Welt kon- trollieren kann und bis zu einem gewissen Grad auch in der Lage ist, sein eigenes Schicksal und das anderer zu bestimmen” (Singer 1978, S. 33). Eine Reihe von Forschern liessen sich in diesem Jahrhundert von diesem Thema ebenfalls faszinieren, so etwa der Ingenieur R. De- soille (1961), der französische Psychiater R. FrØtigny und der Psycho- loge A. Virel (1968). Imagniative Verfahren setzten auch der Psycho- dramatiker J. L. Moreno (1967), der Verhaltenstherapeut J. Wolpe (1969), der Entwickler des Autogenen Trainings J. H. Schultz (1967)...

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