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Primärprozess, Emotionen und Beziehungsmuster in Tagträumen

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Isabelle Meier

Bei dieser Arbeit handelt es sich um eine explorative Studie über Imaginationen. Das Erkenntnisinteresse betrifft die Frage, wie in Imaginationen unbewusste und vorbewusste Beziehungsmuster bearbeitet und neue Erlebnis- und Verhaltensmöglichkeiten erprobt werden können. Untersucht wird, ob Imaginationen den Primärprozess aktivieren und wieweit in ihnen Emotionen und Beziehungsmuster positiver ablaufen als in Wacherzählungen. Im empirischen Teil der Arbeit werden die Hypothesen anhand von 20 Tagträumen von 12 Probandinnen und Probanden untersucht.

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4. Fragestellung und allgemeine Hypothesen 91

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91 4. Fragestellung und allgemeine Hypothesen • Der Primärprozess trägt zur Kontinuität und Identität des Selbster- lebens bei. Subsymbolische und symbolisch nonverbale Prozesse wer- den im Primärprozess aktiviert. In Imaginationen können diese Pro- zesse deshalb gut erfahrbar werden, da die Sinneserfahrungen über verschiedene Kanäle in ein Bild gefasst werden können, bevor sie ver- balisiert werden. Das ist einfacher als der Weg von den subsymboli- schen Vorgängen direkt ins Wort. Deshalb aktiviert die Imagination den Primärprozess. Eine Wiedergabe der Imagination in einer Nacher- zählung sollte keine Auswirkung auf die Anzahl der Primärprozess- wörter haben, da sie immer noch im “Selbstbezug” stattfinden. Hinge- gen sollte in der Reflexionsphase, in der der “Realitätsbezug” durch Assoziationen, Reflexionen, Erinnerungen wieder hergestellt wird, der Primärprozess signifikant abnehmen. Wir vermuten deshalb: 1. Hypothese: auf den Primärprozess bezogen a) Imaginationen und Nacherzählungen enthalten gleich viel Primär- prozess. Es gibt keine signifikanten Unterschiede. b) In den Reflexionen kommen hingegen signifikant weniger Primär- prozesswörter als in den Imaginationen vor. c) In den Reflexionen kommen dafür signifikant mehr Sekundärpro- zesswörter als in den Imaginationen vor. • Es stellt sich nun die Frage, wie sich der emotionale Gehalt der Tagträume präsentiert. Ist mit mehr positiven Gefühlen zu rechnen? Ist mit mehr Gefühlen überhaupt zu rechnen? Nach den Primärpro- zessvorgängen der Verschiebung, Kondensation und Symbolisation erwarten wir, dass in Tagträumen und Nacherzählungen eine angst-...

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