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Primärprozess, Emotionen und Beziehungsmuster in Tagträumen

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Isabelle Meier

Bei dieser Arbeit handelt es sich um eine explorative Studie über Imaginationen. Das Erkenntnisinteresse betrifft die Frage, wie in Imaginationen unbewusste und vorbewusste Beziehungsmuster bearbeitet und neue Erlebnis- und Verhaltensmöglichkeiten erprobt werden können. Untersucht wird, ob Imaginationen den Primärprozess aktivieren und wieweit in ihnen Emotionen und Beziehungsmuster positiver ablaufen als in Wacherzählungen. Im empirischen Teil der Arbeit werden die Hypothesen anhand von 20 Tagträumen von 12 Probandinnen und Probanden untersucht.

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6. Empirischer Teil 123

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123 6. Empirischer Teil 6.1 Untersuchungsmaterial und Datenerfassung Als Probanden zur Gewinnung von Textmaterial standen 12 schwei- zerische PsychotherapeutInnen zur Verfügung, die an drei verschiede- nen Seminarien zwischen 1998 und 1999 der Schweizerischen Ar- beitsgemeinschaft für Katathym-imaginative Psychotherapie (KiP) eine Weiterbildung in der KiP-Methode in Thun absolvierten. Die Proban- den waren erfahrene Psychotherapeuten, entweder PsychiaterInnen oder PsychologInnen im Alter zwischen 26 und 54 Jahren (Durchschnitt 39,5 Jahre), 8 Männer und 4 Frauen. Von ihnen standen drei Textsor- ten zur Verfügung: a) Tagträume von “Patienten” mit einem “Therapeuten”. Grundsätz- lich wurden sie von einem “Leiter” vorher aufgefordert, sich Wün- sche zu imaginieren und auf Reaktionen der Objekte und von sich selber zu achten. Alle 12 Probanden alternierten in der Rolle als “Patienten” und als “Therapeuten”. Während dieses Tagtraums lag der “Patient” mit geschlossenen Augen auf einem Bett und stellte sich nach einer kurzen Entspannung ein Ausgangsmotiv vor. Meist wurde ein Standardmotiv von Leuner (1994b) gewählt. Der Träu- mende erzählte, was er sah, hörte, dachte und fühlte dem “Thera- peuten”. Er war gleichzeitig fähig, dessen Antworten zu hören und zu verstehen. Diese Tagträume wurden gemäss den Regeln der “Ulmer Textbank” transkribiert (Abb. 2; Transkriptionsregeln sie- he E. Mergenthaler 1992). Hier nennen wir sie Direktträume. b) Diese Direktträume wurden einige Zeit später (kurz danach bis zu einigen Stunden später) in der Gruppe von PsychiaterInnen und PsychologInnen erneut erzählt, mit dem...

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