Show Less

Primärprozess, Emotionen und Beziehungsmuster in Tagträumen

Series:

Isabelle Meier

Bei dieser Arbeit handelt es sich um eine explorative Studie über Imaginationen. Das Erkenntnisinteresse betrifft die Frage, wie in Imaginationen unbewusste und vorbewusste Beziehungsmuster bearbeitet und neue Erlebnis- und Verhaltensmöglichkeiten erprobt werden können. Untersucht wird, ob Imaginationen den Primärprozess aktivieren und wieweit in ihnen Emotionen und Beziehungsmuster positiver ablaufen als in Wacherzählungen. Im empirischen Teil der Arbeit werden die Hypothesen anhand von 20 Tagträumen von 12 Probandinnen und Probanden untersucht.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

8. Gesamtzusammenfassung (Management Summary) 203

Extract

203 8. Gesamtzusammenfassung (Management summary) • Theoretische Überlegungen Um fehlangepasste Muster zu verändern, ist die bewusste Bearbei- tung vorbewusster und unbewusster Beziehungsrepräsentanzen nötig (Fonagy 1999), die sich sonst in Reinszenierungen (Wiederholungs- zwang) immer wieder zeigen. Mögliche Lösungen für solche fehlange- passte Muster werden vermutlich in der Traumarbeit gesucht. Diese Auffassung basiert auf der Sichtweise von C. G. Jung, die in der moder- nen Traumtheorie wieder aufgegriffen wird. Dem Traum wird heute die Funktion der Problemlösung, Informationsverarbeitung und Ich- Konsolidierung zugewiesen (Dallett 1973, Stevens 1996, Fosshage 1997, Mertens 2000). Die Verarbeitungsmethode des Traumes beruht nach Freud (1900) auf dem Primärprozess. Dieser ist sinnenorientiert organisiert, und die subjektiven Triebe, Bedürfnisse und Gefühle stehen im Zentrum. Durch Holt (1989a, 1989b), Noy (1969, 1979) und Bucci (1997) wurde der Primärprozess in der psychoanalytischen Diskussion aufgewertet. Denn durch den Primärprozess und seinen Mechanismen der Verschiebung, Verdichtung und Symbolisierung kommt es zu tendenziell positiveren Emotionen und Beziehungsmustern in den Träumen, und diese erleich- tern es dem Einzelnen, in chaotischen Situationen wieder sinnvolle Zusammenhänge herzustellen und innere Spannungszustände aus- zugleichen. Empirische Untersuchungen mit dem Zentralen Bezie- hungskonfliktthema (Luborsky & Crits-Christoph 1998b) ergaben für den Traum tatsächlich, dass die darin enthaltenen Beziehungsmuster positiver als diejenigen in Wacherzählungen waren (Popp et al. 1998a und 1998b, Albani et al. 2001b). Therapeutische Tagträume unterschei- den sich von Nachtträumen insofern, weil in ihnen der Primärprozess 204 noch stärker aktiviert zu werden scheint...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.