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Medienwissenschaft

Teil 8: Verständigung über die Verständigung - Aspekte der Medienkompetenz

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Edited By Reiner Matzker and Ursula Dreyer

Städtische Bemühungen um Verständigung über gegenwärtige und künftige Attraktivität in den Bereichen Kultur und Bildung setzten Impulse für diesen Forschungsbericht, der Fragen der menschlichen Kommunikation und der Verständigung durch Medien allgemeinwissenschaftlich berührt. Der Bericht entstand durch Anregungen aus Gesprächen zur Konzipierung und Planung einer Medienkompetenz-Messe des Landes Bremen. Kommunikationsfachleute, Unternehmer, Kulturvermittler, Politiker und Wissenschaftler diskutierten in einem längeren Arbeitsprozess die Optimierung medialer Verständigungsleistungen. Die Aufarbeitung dieser Gespräche in einer interdisziplinären Veröffentlichung zu Faktoren optimierter Kommunikation lag nahe. Entsprechend werden ästhetische und analytische Bezüge der Kommunikation aus natur-, technik- und geisteswissenschaftlichen Perspektiven diskutiert. Theoretische und praktische Beispiele zeigen, in welcher Form über Qualität und Attraktivität der Verständigung nachgedacht wird. Damit leistet der Bericht in einer Zeit vermeintlich grenzenloser Kommunikationsmöglichkeiten einen essentiellen Beitrag, um die aktuellen Medienkompetenzdebatten entscheidend voranzubringen.

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Hermann Glaser Der Rundfunk und die ästhetische Erziehung des Menschen Ein Essay 19

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19 Hermann Glaser DER RUNDFUNK UND DIE ÄSTHETISCHE ERZIEHUNG DES MENSCHEN EIN ESSAY Die gegenwärtige kulturpolitische Situation in der Bundesrepublik ist, wenn man sie, wozu objektiver Anlass besteht, pessimistisch einschätzt – Kas- sandrarufe müssten eigentlich Hochkonjunktur haben –, dadurch bestimmt, dass kulturelle Bildung wie Bildung überhaupt völlig hintan gestellt werden. Der politische Diskurs darüber, der bestenfalls noch rudimentär stattfindet, ist weitgehend ersetzt durch parteitaktisch bestimmte Talk-Show-Absonde- rungen, in denen meist litaneihaft von der Notwendigkeit verbesserter Aus- bildung die Rede ist. Die Erinnerung an eine ähnliche Situation, bei der ein Rückstand in Ausbildungsfragen unter dem Etikett „Bildung“, allerdings tiefschürfender als heute, diskutiert wurde, mag im Kontext dieser aktuellen Bestandsaufnahme sinnvoll sein: nämlich an den von Georg Picht 1964 für das westdeutsche Erziehungswesen ausgerufenen Notstand. Picht (Heidegger-Schüler, von 1946 bis 1956 Direktor der Internats- schule Birklehof in Hinterzarten/Schwarzwald, dann Leiter der Forschungs- stelle der evangelischen Studiengemeinschaft in Heidelberg, später Professor für Religionsphilosophie) veröffentlichte damals in der Wochenzeitung „Christ und Welt“ eine Artikelfolge, die den Titel „Die deutsche Bildungs- katastrophe“ trug und kurz darauf als Buch erschien. Die Beiträge fanden ein beispielloses Echo; zwei Mal befasste sich der Bundestag in stundenlangen Debatten mit Pichts Thesen; desgleichen die Parlamente in Stuttgart, Mün- chen, Hamburg und Berlin sowie die Konferenz der Kultusminister, die auf ihrer hundertsten Plenarsitzung die Notwendigkeit einer „aktiven Bildungs- politik“ betonte („Berliner Erklärung“). Es erschienen Hunderte von Arti- keln; die Bundesrepublik war aufgewühlt, denn Picht hatte...

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