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Medienwissenschaft

Teil 8: Verständigung über die Verständigung - Aspekte der Medienkompetenz

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Edited By Reiner Matzker and Ursula Dreyer

Städtische Bemühungen um Verständigung über gegenwärtige und künftige Attraktivität in den Bereichen Kultur und Bildung setzten Impulse für diesen Forschungsbericht, der Fragen der menschlichen Kommunikation und der Verständigung durch Medien allgemeinwissenschaftlich berührt. Der Bericht entstand durch Anregungen aus Gesprächen zur Konzipierung und Planung einer Medienkompetenz-Messe des Landes Bremen. Kommunikationsfachleute, Unternehmer, Kulturvermittler, Politiker und Wissenschaftler diskutierten in einem längeren Arbeitsprozess die Optimierung medialer Verständigungsleistungen. Die Aufarbeitung dieser Gespräche in einer interdisziplinären Veröffentlichung zu Faktoren optimierter Kommunikation lag nahe. Entsprechend werden ästhetische und analytische Bezüge der Kommunikation aus natur-, technik- und geisteswissenschaftlichen Perspektiven diskutiert. Theoretische und praktische Beispiele zeigen, in welcher Form über Qualität und Attraktivität der Verständigung nachgedacht wird. Damit leistet der Bericht in einer Zeit vermeintlich grenzenloser Kommunikationsmöglichkeiten einen essentiellen Beitrag, um die aktuellen Medienkompetenzdebatten entscheidend voranzubringen.

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Ursula Dreyer Verständigung im Paradies Oder: Wo bleiben die Anderen? 81

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81 Ursula Dreyer VERSTÄNDIGUNG IM PARADIES ODER: WO BLEIBEN DIE ANDEREN? In der Wartehalle des Internationalen Pariser Flughafens Charles de Gaulle findet sich – inmitten von hektischer Betriebsamkeit und lärmendem Trubel – für den aufmerksamen Betrachter, der sich ein wenig Zeit und Muße gönnt, ein großformatiger Slogan an der Wand. „Être ouvert sur le monde, c’est comprendre les différences des points de vue“ ist dort in dicken Lettern zu lesen. Der Welt gegenüber aufgeschlossen sein, lässt unterschiedliche Sichtweisen und Standpunkte verstehen. Bemerkens- werter Weise stammt dieser Spruch nicht etwa von der UNESCO oder einer anderen humanitären Organisation, nein, es ist der Werbeslogan eines welt- weit agierenden Bankenkonsortiums. Offensichtlich ist es nun auch in öko- nomischen Bereichen bedeutsam geworden, sich mit der Vielfalt unter- schiedlicher Perspektiven zu beschäftigen. Bedauerlicher Weise ist jedoch zu vermuten, dass im Mittelpunkt dieser Vorgehensweise weniger die Men- schen an sich stehen, als vielmehr die wirtschaftliche Ausbeutung bisher unberücksichtigter gesellschaftlicher Kapitalien und Ressourcen oder wie die Ökonomen sagen: die Erschließung neuer Märkte. Vielfalt und nicht Einfalt, Vielheit und nicht Einheit, darin bestehen Möglichkeiten der Verständigung, aber auch Optionen für andere Ansichten, Meinungen, Standpunkte und Erfahrungen, – diese Aspekte sind so neu nicht in den Diskussionen über Grenzen überschreitende, Völker verbindende Verständigung, interkulturelle Kommunikation oder etwa über den Dialog der Kulturen unter dem Vorzeichen weltweiter Krisenherde und ökologi- scher Katastrophen. Gleichwohl ist diesen hehren Ansprüchen auch und gerade unter den globalisierten...

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