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Verdis Welten

Neuinterpretation der Werke im Spiegel der Tonarten

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Peter Gisi

Verdi bevorzugt C-Dur häufig für die Maskierten und Demaskierten, A-Dur für Autoritäten und B-Dur für erotische Hochgefühle; er porträtiert die Unschuld gerne in E-Dur und die Auseinandersetzungen von Bass und Baritongestalten in f-Moll/F-Dur. Ausgehend von solchen Auffälligkeiten, führt Peter Gisi die Leserschaft am roten Faden der zwölf Tonartenpaare durch das Gesamtwerk des Komponisten und vermittelt ungewohnte Einsichten in typische Verdi-Themen wie Urangst, Wut, Heimatliebe, Aussenseitertum, Vergänglichkeit, Entrückung. Bis anhin wenig Erforschtes – etwa die Symbolik von Feuer, Wasser, Kerker, Sturm – findet dabei gebührende Beachtung.
Das 2001 bis 2012 entstandene Buch ist eine Hommage zu Verdis 200. Geburtstag. Es kann auch als Opern- und Konzertführer benutzt werden und erweist sich «als wahres Füllhorn für alle ‘Kenner und Liebhaber’, aber auch für den spezialisierten Verdi-Forscher. Unser Wissen um bisher kaum erkannte Zusammenhänge wird durch die vorliegende Untersuchung auf ein völlig neues Niveau gehoben.» (Prof. Dr. Anselm Gerhard).

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Teil IX as-Moll/As-Dur: Das Kommen und Gehen auf dem Lebensweg547

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547 Teil IX as-Moll/As-Dur: Das Kommen und Gehen auf dem Lebensweg 1. Einleitung Als Abbild der menschlichen Existenz wird das Ankommen, das Dasein und das Weggehen auch auf dem Theater gezeigt. Wie im wirklichen Le- ben tritt man zu einem bestimmten Zeitpunkt auf, spielt eine mehr oder weniger wichtige Rolle, und dann kommt der Moment, die Bühne wieder zu verlassen. Bleibt jemand auf seinem Weg durch das Leben für eine Weile stehen, sucht er vielleicht nach dem Sinn seiner Existenz und fragt sich: Woher bin ich gekommen, wo stehe ich jetzt und wohin soll oder muss ich mich wenden? Als „uomo di teatro“1 lässt sich Verdi die Mög- lichkeit nicht entgehen, das Kommen und Gehen auf der Zeitachse zwi- schen den Polen „gestern/morgen“ zu einem spannenden Thema zu ma- chen. Seine Gestalten stellen die Erfahrungen und Erinnerungen aus der Vergangenheit immer wieder kontrastreich ihrer gegenwärtigen Situation und den Erwartungen an die Zukunft gegenüber. Wieso Verdi für die dankbare Thematik des Lebenswegs gerade As- Dur (und für die dunklen, mühseligen Abschnitte as-Moll) wählte, ist nicht ohne weiteres einsehbar, denn dieses Tonartenpaar lädt – im Unter- schied zu dem ebenfalls philosophischen Betrachtungen dienenden f-Moll/ F-Dur – für keine einzige Stimmgattung am unteren oder oberen Ende der Skala zu effektvoll platzierten Schlusstönen ein, die einem nostalgi- schen Rückblick oder einem dezidierten Aufbruch zusätzliches Gewicht verschaffen könnten. Einen Acuto auf dem as' mag Verdi den Bässen und Baritonen...

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