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Simpliciana

Schriften der Grimmelshausen-Gesellschaft XXXXIV (2012)- In Verbindung mit dem Vorstand der Grimmelshausen-Gesellschaft

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Edited By Peter Heßelmann

Inhalt: Michael Titzmann: Anmerkungen zu Anthropologie(n) in Literatur(en) des 17. Jahrhunderts – Eric Achermann: Selbsterhaltung, Klugheit und Gerechtigkeit. Zur politischen und theologischen Anthropologie in Grimmelshausens Ratio Status – Marco Bunge-Wiechers: Anthropologie und Recht. Menschwerdung unter den Bedingungen von Folter und Krieg im Simplicissimus Teutsch – Jörg Wesche: «Als er ein Bestia vor war auf Erden». Grimmelshausens Tiere zwischen Mensch und Kultur – Nicola Kaminski: Beernhäuter, Kalbshäuter: anthropopoetologische Relektüre des Simplicissimus durch das ‚Perspectiv‘ von Brentanos Geschichte und Ursprung des ersten Bärnhäuters – Claudius Sittig: «Von Nobilisten, oder Edelleuten» in Grimmelshausens Simplicissimus – Simon Zeisberg: Oeconomische Versetzungen. Grimmelshausen Erzählen vom Haus als Spielfeld simplicianischen Wissens vom Menschen – Christian Meierhofer: Das höllische Wissen vom Menschen. Anthropologische und theologische Sinnofferten in Grimmelshausens Verkehrter Welt – Hania Siebenpfeiffer: «…im übrigen aber nur ein Bestia! ». Zur Figur des Bösen im Simplicissimus Teutsch – Jill Bühler: Anatomien der Lust in Grimmelshausens Courasche – Nicole A. Sütterlin: Kontinuationen. Vom offenen Körper zum offenen Erzählen in Grimmelshausens Simplicissimus – Miriam Seidler: «schämestu dich nicht, daß du allbereit so ein alter Krüppel: und dannoch noch so rohe Gottlos und ungeheissen bist». Alterskonzepte in Grimmelshausens simplicianischem Zyklus – Stephan Kraft: Zwischen anverwandt und anverwandelt: Familienkonzepte in Grimmelshausens Simplicissimus Teutsch – Torsten Menkhaus: «Neige mein Herz zu deinen Zeugnissen» - Simplicius: Auserwählter Gottes? – Andreas Bässler: Phantastik avant la lettre? Grimmelshausens Hexenluftfahrt im Simplicissimus – Helmut Aßmann: Der seltzame Springinsfeld - eine Lebensbeschreibung im Zeichen des Mars? – Sebastian Rosenberger: Digitale Grimmelshausen-Edition. Ein Werkstattbericht – Klaus-Dieter Herbst: Jacob Holderbusch alias Wolff Adam Wagenhalß und die Rezeption von Grimmelshausens Wunderbarlichem Vogel-Nest II (1675) in einem Schreibkalender für 1677 – Klaus Haberkamm: «Zusamenkunfft». Traditionelle Deut-Muster in aktuellen politischen Gedichten Weckherlins. Mit einem Seitenblick auf Grimmelshausen – Walter E. Schäfer: Johann Michael Moscherosch trifft einen Grafen von Eberstein in Lothringen (1632) – Claudia Lieb: Das juristische Lexikon als Fundgrube für Fallgeschichten. Christoph Besolds Thesaurus Practicus in Kompilationen von Georg Philipp Harsdörffer – Hans-Joachim Jakob: Weitere Nachträge zur Harsdörffer-Bibliographie bis einschließlich 2010.

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Beiträge der Tagung „Grimmelshausen und das Wissen vom Menschen“

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MICHAEL TITZMANN (Passau) Anmerkungen zu Anthropologie(n) in Literatur(en) des 17. Jahrhunderts Vorbemerkung Im Kontext dieses Kolloquiums über „Grimmelshausen und das Wissen vom Menschen“ hätte es zweifellos nahe gelegen, von literarischer Anthropologie im Barock zu reden; wenn ich hier von 17. Jahrhundert spreche, dann, um mich nicht den Problemen einer Definition und zeit- lichen Abgrenzung des Literatursystems Barock auszusetzen, die für meine Fragestellung irrelevant sind und die sich zudem in den benach- barten, aber für den deutschen Sprachraum relevanten englischen, fran- zösischen, italienischen, spanischen Literatursystemen ebenfalls – und keineswegs mit identischen Ergebnissen – stellen würden. 1. Zum Begriff der Anthropologie in Literatur Zu unterscheiden ist zunächst zwischen dem, was man Anthropologie von Literatur, und dem, was man Anthropologie in Literatur nennen könnte.1 Thema der ersteren wären die anthropologischen Bedingun- gen, die es menschlichen Kulturen ermöglicht haben, ‚Kunst‘ im All- gemeinen bzw. ‚Literatur‘ im besonderen hervorzubringen, und die anthropologischen Funktionen, die ‚Kunst‘ bzw. ‚Literatur‘ in solchen Kulturen erfüllt: ein Thema, das zweifellos nicht in die Kompetenz von Literaturwissenschaft im tradierten Wortsinne fällt, sondern komplexer, 1 Ich benenne damit eine Unterscheidung, die Claus Michael Ort und Wolfgang Lukas in einem ungemein kompetenten Beitrag gemacht haben: Literarische Anthropologie der „Goethezeit“ als Problem- und Wissensgeschichte. In: Michael Titzmann: Anthropologie der Goethezeit. Hrsg. von Claus Michael Ort und Wolf- gang Lukas. Berlin, Boston 2012, S. 1–28. 16 Michael Titzmann interdisziplinärer Kooperation bedarf. Thema der letzteren hingegen sind die anthropologischen Vorstellungen, die von ‚Literatur...

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