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Philologische Studien zu den Papstbriefen des «Codex epistolaris Karolinus»

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Tina Orth-Müller

Der Codex epistolaris Karolinus überliefert eine Sammlung von 99 Papstbriefen, die auf Betreiben Karls des Großen im Jahr 791 zusammengestellt wurde und als bedeutendes Zeugnis für die päpstlich-fränkischen Beziehungen in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts gilt. Nach einer allgemeinen Einleitung zu Inhalt und Überlieferung der Sammlung werden im ersten Teil der Arbeit ausgewählte Briefe interpretiert und ihre epistolographische Gestaltung näher beleuchtet. Im zweiten Teil steht die Sprache der mitunter schwer verständlichen Papstbriefe im Mittelpunkt, die in umfangreichen Studien zu Wortschatz, Syntax und Stilistik analysiert wird, um einen Eindruck von der Latinität Roms im 8. Jahrhundert zu vermitteln. Eine Auswahl von dreizehn Briefen liegt erstmals in Übersetzung vor.

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Einleitung 1

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Einleitung 2 31. Der Codex epistolaris Karolinus Im Jahre 791 veranlaßte Karl der Große, daß eine Abschrift aller päpst- lichen Schreiben, die an seinen Großvater Karl Martell, an seinen Vater Pippin und an ihn selbst gerichtet worden seien, angefertigt werde, um sie als Zeugnis der heiligen Kirche der Nachwelt zu erhalten1. Das Ergebnis dieser Bemühung ist eine stattliche Sammlung von 99 Papst- briefen, die in einer einzigen Abschrift aus dem 9. Jahrhundert überlie- fert ist und heute als Codex epistolaris Karolinus bezeichnet wird2. Der Codex Karolinus enthält Briefe der Päpste Gregor III., Stephan II., Zacharias, Paul I., Stephan III., Hadrian I. und des Gegenpapstes Constantin II., von denen die beiden ältesten aus den Jahren 739 und 740, die jüngsten aus dem Jahr 791 stammen. Diese unikale Emp- fängerüberlieferung macht den Codex Karolinus zu der bedeutendsten Quelle zum „frühen päpstlich-karolingischen Bündnis und zum wer- denden Kirchenstaat sowie zur dogmatischen Auseinandersetzung um die Bilderfrage und den Adoptianismus am Ende des 8. Jahrhunderts“3. 1 COD. Karol., praefatio, S. 476, 1–20. Zur Besprechung der Praefatio s. 1.2.1. Die Briefe werden zitiert nach der letzten und bis heute maßgeblichen Ausgabe von Wilhelm GUNDLACH, Codex Carolinus, MGH Epp. III (1892), S. 469–657 [im folgenden entsprechend dem Abkürzungsverzeichnis des Mittellateinischen Wörter- buchs abgekürzt als COD. Karol. mit entsprechender Briefnummer, Seitenzahl und Zeilenangabe]. Begleitend dazu Wilhelm GUNDLACH, Über den Codex Carolinus, in: NA 17 (1892), S. 525–566...

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