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Philologische Studien zu den Papstbriefen des «Codex epistolaris Karolinus»

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Tina Orth-Müller

Der Codex epistolaris Karolinus überliefert eine Sammlung von 99 Papstbriefen, die auf Betreiben Karls des Großen im Jahr 791 zusammengestellt wurde und als bedeutendes Zeugnis für die päpstlich-fränkischen Beziehungen in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts gilt. Nach einer allgemeinen Einleitung zu Inhalt und Überlieferung der Sammlung werden im ersten Teil der Arbeit ausgewählte Briefe interpretiert und ihre epistolographische Gestaltung näher beleuchtet. Im zweiten Teil steht die Sprache der mitunter schwer verständlichen Papstbriefe im Mittelpunkt, die in umfangreichen Studien zu Wortschatz, Syntax und Stilistik analysiert wird, um einen Eindruck von der Latinität Roms im 8. Jahrhundert zu vermitteln. Eine Auswahl von dreizehn Briefen liegt erstmals in Übersetzung vor.

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Teil I: Gestaltung der Briefe 33

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33 Teil I: Gestaltung der Briefe 34 35 1. Vorbemerkungen: Aufbau der Briefe und Brieftypen Der formale Aufbau der Briefe im Codex Karolinus unterliegt zwar keinem streng festgelegten Schema, doch folgen sie einem festen Rah- men, zu dem die Salutatio mit Inscriptio (Adresse) und Intitulatio (Ab- sender) und die Conclusio (Schlußteil), bestehend aus Segenswünschen und der Grußformel der Subscriptio, gehören1. Die meisten Briefe des Codex Karolinus weisen einen mehrgliedrigen Aufbau auf, der aus Exordium (Captatio benevolentiae), Narratio, Petitio und Conclusio besteht. Zu Beginn der Narratio wird häufig auf eintreffende Gesand- te und erhaltene Schreiben eingegangen. Handelt es sich bei dem Brief nicht um ein Antwortschreiben, so kann zu Beginn eine kurze Begrün- dung für die Abfassung des vorliegenden Schreibens stehen. In einigen Briefen beschränkt sich die Narratio auf bloße Höflichkeitsformeln. Häufig wird in diesem Zusammenhang auf den mündlichen Bericht der Gesandten verwiesen. Überhaupt nimmt die Abfertigung der Ge- sandten breiten Raum ein, so daß man versucht ist, diese als eigenstän- digen Teil des Briefes anzusehen2. Oftmals sehr ausführlich sind auch 1 Ausführliche analytische Studien zu Inscriptio und Intitulatio sowie zur Sub- scriptio der Briefe des Codex Karolinus finden sich bei HACK, Codex Carolinus, S. 106 ff. Zur Entwicklung der Salutatio seit der Antike s. Carol Dana LANHAM, Salutatio Formulas in Latin Letters to 1200: Syntax, Style and Theory (Münche- ner Beiträge zur Mediävistik und Renaissance-Forschung 22). München 1975. Zum Aufbau der...

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