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Philologische Studien zu den Papstbriefen des «Codex epistolaris Karolinus»

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Tina Orth-Müller

Der Codex epistolaris Karolinus überliefert eine Sammlung von 99 Papstbriefen, die auf Betreiben Karls des Großen im Jahr 791 zusammengestellt wurde und als bedeutendes Zeugnis für die päpstlich-fränkischen Beziehungen in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts gilt. Nach einer allgemeinen Einleitung zu Inhalt und Überlieferung der Sammlung werden im ersten Teil der Arbeit ausgewählte Briefe interpretiert und ihre epistolographische Gestaltung näher beleuchtet. Im zweiten Teil steht die Sprache der mitunter schwer verständlichen Papstbriefe im Mittelpunkt, die in umfangreichen Studien zu Wortschatz, Syntax und Stilistik analysiert wird, um einen Eindruck von der Latinität Roms im 8. Jahrhundert zu vermitteln. Eine Auswahl von dreizehn Briefen liegt erstmals in Übersetzung vor.

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Übersetzungen 229

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Übersetzungen 230 231 Die nachfolgende Auswahl berücksichtigt vor allem die Briefe, die in Teil I behandelt wurden. Eine möglichst wörtliche Übersetzung soll dabei einen authentischen Eindruck von dem päpstlichen Briefstil ver- mitteln. Unübersetzt bleiben Ehrentitel, Amtsbezeichnungen und eini- ge Anredeformen. Ortsnamen werden in der Regel nicht aktualisiert. In Kursivdruck vorangestellt sind die Lemmata, die in der Handschrift den Briefen in rubrizierter Auszeichnung vorangehen und von GUND- LACH in den Apparat gesetzt wurden. 1. Praefatio Im Jahre 791 nach der Fleischwerdung unseres Herrn Jesus Christus, unseres Herrn und Erlösers, der auf ewig regiert. Karl, der erhabenste und von Gott erwählte König der Franken und Langobarden und pa- tricius Romanorum hat im 23. sehr glücklichen Jahr seiner Herrschaft, von göttlichem Willen inspiriert, – wie er alle, die vor ihm waren, an Weisheit und Klugheit übertrifft – in diesem Werk als nützlichsten Ein- fall seines Schaffens veranlaßt, daß alle Briefe, die bekanntlich zur Zeit seines Herrn Großvaters Karl seligen Gedenkens und auch seines ruhm- reichen Vaters Pippin und zu seiner eigenen Zeit vom höchsten päpst- lichen Stuhl des seligen Apostelfürsten Petrus und auch aus dem Reich an sie geschickt wurden, von neuem auf langlebigem Pergament mit größtem Eifer herzustellen und abzuschreiben sind, weil er gesehen hatte, daß sie aufgrund ihres hohen Alters und aus Nachlässigkeit bereits zum Teil abgenutzt und zerstört sind; er ließ, wie wir oben sagten, bei dem Prinzipat seines Großvaters, des besagten...

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