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Mittlere Deutsche Literatur und Italien

Beiträge zu Ehren von Emilio Bonfatti

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Edited By Federica Masiero

Dieser Band versammelt Beiträge zu Ehren von Emilio Bonfatti (*Mirandola 1942, † Padova 2007), der von 1982 bis 2007 den Lehrstuhl für Deutsche Philologie an der Universität Padua innehatte. Emilio Bonfatti war einer der wichtigsten Repräsentanten der italienischen Forschung zur Mittleren Deutschen Literatur (1400−1750), dessen Arbeiten im In- und Ausland hohes Ansehen genießen. Freunde, Kollegen und Schüler beleuchten verschiedene Themen seines Forschungsgebietes. Im Mittelpunkt stehen die Bereiche, denen sein besonderes Interesse galt: die deutschsprachige Rezeptionsliteratur mit italienischen Vorlagen und die kulturellen Wechselbeziehungen zwischen Deutschland und Italien in der Frühen Neuzeit. Es finden sich zudem Beiträge zur originalen deutschen Literatur jener Zeit und zur deutschsprachigen Rezeptionsliteratur mit Vorlagen aus anderen Ländern. Der Band umfasst vierzehn Beiträge und eine Darstellung der wissenschaftlichen Tätigkeit von Emilio Bonfatti. Ein Verzeichnis der Schriften des Geehrten schließt das Werk ab.

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MICHAEL DALLAPIAZZA Zwischen Deutschland und Italien: Oswald von Wolkenstein 23

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MICHAEL DALLAPIAZZA (Urbino) Zwischen Deutschland und Italien: Oswald von Wolkenstein Kaum zwei andere Kulturen in Europa sind historisch auf eine ähnlich enge Weise miteinander verbunden, wie die italienische und die deutsche. Aus- gehend von der römischen Besatzung zumindest von Teilen Germaniens und dem zivilisatorischen Schub, den sie für Deutschland, oder genauer: für die Stämme diesseits und jenseits des Rheins bedeutet haben, verlief der kulturelle Transfer seitdem fast ausschließlich in eine Richtung: nach Deutschland. Diese ultramontane Bewegung nach Norden wird aber erst im ausgehenden Mittelalter so manifest,1 dass man für eine Zeit fast von einer Italienisierung der deutschen kulturellen Kontexte sprechen kann: der Geist der italienischen Renaissance dominierte, zunächst bis Luther, die intellektuelle Welt deutscher Sprache. Zahllose Deutsche pilgerten seit dem Ende des 14. Jh.s zum Studium nach Italien und brachten Wissen, Kultur und Erfahrungen aus einer in allen gesellschaftlichen, kulturellen und wis- senschaftlichen Bereichen weit fortgeschrittenen Welt mit, zu der man nörd- lich der Alpen fast schon den Anschluss verloren hatte.2 Eine kreative Re- zeption begann vorsichtig schon vor, mit Macht aber kurz nach der Mitte des 15. Jahrhunderts. Die Aufnahme der italienischen Renaissance prägte 1 Das wohl einzige Beispiel für deutsch-italienische Literaturbeziehungen im Mittelalter ist wohl Thomasins von Zirclaria Der welsche gast sowie Wolfgers von Erla (von Ellenbrechtskirchen) denkbare weitere Mäzenatentätigkeit nach seiner Erhebung zum Patriarchen von Aquileia. Wolfger, möglicher Auftrag- geber des Nibelungenlieds, war nach 1204 auch Reichslegat in Italien. 2 Vgl. dazu etwa...

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