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Mittlere Deutsche Literatur und Italien

Beiträge zu Ehren von Emilio Bonfatti

Series:

Federica Masiero

Dieser Band versammelt Beiträge zu Ehren von Emilio Bonfatti (*Mirandola 1942, † Padova 2007), der von 1982 bis 2007 den Lehrstuhl für Deutsche Philologie an der Universität Padua innehatte. Emilio Bonfatti war einer der wichtigsten Repräsentanten der italienischen Forschung zur Mittleren Deutschen Literatur (1400−1750), dessen Arbeiten im In- und Ausland hohes Ansehen genießen. Freunde, Kollegen und Schüler beleuchten verschiedene Themen seines Forschungsgebietes. Im Mittelpunkt stehen die Bereiche, denen sein besonderes Interesse galt: die deutschsprachige Rezeptionsliteratur mit italienischen Vorlagen und die kulturellen Wechselbeziehungen zwischen Deutschland und Italien in der Frühen Neuzeit. Es finden sich zudem Beiträge zur originalen deutschen Literatur jener Zeit und zur deutschsprachigen Rezeptionsliteratur mit Vorlagen aus anderen Ländern. Der Band umfasst vierzehn Beiträge und eine Darstellung der wissenschaftlichen Tätigkeit von Emilio Bonfatti. Ein Verzeichnis der Schriften des Geehrten schließt das Werk ab.

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FRANK BARON Die Neugierde des Trithemius und die Entdeckung Amerikas 73

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73 FRANK BARON (University of Kansas) Die Neugierde des Johannes Trithemius und die Entdeckung Amerikas Das scholastische Mittelalter hat im Allgemeinen die Neugierde oder curi- ositas als übel und sündhaft verurteilt. Wenn man sich aber der Renaissance zuwendet, werden die Ansichten weniger eindeutig. Trithemius und seine Einstellung zu den Geheimnissen der Welt bieten eine Gelegenheit, die son- derbaren Entwicklungen zu betrachten, die während seines Lebens und in der folgenden Zeit die Welt radikal veränderten. Einerseits könnte man meinen, dass Trithemius die alte Einstellung zur Neugierde vertritt. Er kann ja tatsächlich als Autorität für die Gefahr der Neugierde herangezogen wer- den. Er hat 1505 seinen Stiefbruder Jacob mit einem geradezu klassischen Text vor den Gefahren der Neugierde gewarnt. Der neugierige Mensch will jene Dinge wissen, die ihm nichts nützen und die zum ehrlichen Leben nichts beitragen. Der gelehrte Mensch andererseits be- gehrt die Wissenschaft, die die Seele ernährt und großzügig unterstützt und im ehrlichen Sinn verwaltet. Wir wollen Dich gelehrt und nicht neugierig sehen, da, wie der Heilige Bernardus sagt, die Neugierde die erste Stufe des Hoch- muts sei […].1 Wenn man jedoch solche Warnungen im größeren Zusammenhang sieht, kann es sein, dass hier Neugierde ganz allgemein die Gefahr jeder Ablen- kung vom Studium bedeuten soll. Der Stiefbruder soll sich intensiv seinen Studien widmen und sich durch keinerlei Versuchungen verleiten lassen. Sonst hätte Trithemius seine eigene Beschäftigung mit der Magie eigent- 1 Johannes Trithemius: Opera historica....

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