Show Less

Mittlere Deutsche Literatur und Italien

Beiträge zu Ehren von Emilio Bonfatti

Series:

Edited By Federica Masiero

Dieser Band versammelt Beiträge zu Ehren von Emilio Bonfatti (*Mirandola 1942, † Padova 2007), der von 1982 bis 2007 den Lehrstuhl für Deutsche Philologie an der Universität Padua innehatte. Emilio Bonfatti war einer der wichtigsten Repräsentanten der italienischen Forschung zur Mittleren Deutschen Literatur (1400−1750), dessen Arbeiten im In- und Ausland hohes Ansehen genießen. Freunde, Kollegen und Schüler beleuchten verschiedene Themen seines Forschungsgebietes. Im Mittelpunkt stehen die Bereiche, denen sein besonderes Interesse galt: die deutschsprachige Rezeptionsliteratur mit italienischen Vorlagen und die kulturellen Wechselbeziehungen zwischen Deutschland und Italien in der Frühen Neuzeit. Es finden sich zudem Beiträge zur originalen deutschen Literatur jener Zeit und zur deutschsprachigen Rezeptionsliteratur mit Vorlagen aus anderen Ländern. Der Band umfasst vierzehn Beiträge und eine Darstellung der wissenschaftlichen Tätigkeit von Emilio Bonfatti. Ein Verzeichnis der Schriften des Geehrten schließt das Werk ab.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

FERDINAND VAN INGEN Das Bild Venedigs in Philipp von Zesens Roman Adriatische Rosemund (1645) 229

Extract

FERDINAND VAN INGEN (Amsterdam) Das Bild Venedigs in Philipp von Zesens Roman Adriatische Rosemund (1645) Es gibt überraschende Zufälligkeiten. In einer Verlagsankündigung liest man: „Der 1621 in Nürnberg eröffnete Banco Publico gehört mit den Instituten in Venedig, Amsterdam und Hamburg zu den um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert gegründeten vier öffentlichen Girobanken in Europa, über welche der bargeldlose Zahlungsverkehr dieser Finanzzentren abgewickelt wurde.“1 Daran ist zweierlei auffällig. Der Name der neu gegründeten deut- schen Bank ist wohl nicht zufällig italienisch, ferner werden Venedig und Amsterdam gleichsam in einem Atem genannt. Übrigens hieß Amsterdam wohl wegen der vielen Kanäle auch das Venedig des Nordens. – Die hier signalisierte historische Verbindung der beiden am Wasser gelegenen Han- delsstädte möge zu einer literarischen Verbindung überleiten, auf die wir im Folgenden den Blick richten wollen. Im Jahr 1645 erschien im Amsterdamer Verlag Elzevier der Roman Ritter- holds von Blauen Adriatische Rosemund. Hinter dem verschlüsselten Auto- rennamen verbirgt sich der bekannte deutsche Schriftsteller Philipp von Zesen (Prirau 1619 – Hamburg 1689). Er lebte lange in Amsterdam – ihm wurde sogar das Bürgerrecht verliehen –, wo er sich auch zur Zeit der Abfassung seines Romans schon länger aufhielt. Er hatte in Amsterdam bereits Romanüber- setzungen aus dem Französischen ins Deutsche angefertigt, die derselbe Ver- lag veröffentlicht hatte. Er war auch ein angesehener und beliebter Lieder- dichter, der die Gattung des Hamburger Lieds pflegte (FrühlingsLust oder Lob- Lust- und...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.