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Mittlere Deutsche Literatur und Italien

Beiträge zu Ehren von Emilio Bonfatti

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Edited By Federica Masiero

Dieser Band versammelt Beiträge zu Ehren von Emilio Bonfatti (*Mirandola 1942, † Padova 2007), der von 1982 bis 2007 den Lehrstuhl für Deutsche Philologie an der Universität Padua innehatte. Emilio Bonfatti war einer der wichtigsten Repräsentanten der italienischen Forschung zur Mittleren Deutschen Literatur (1400−1750), dessen Arbeiten im In- und Ausland hohes Ansehen genießen. Freunde, Kollegen und Schüler beleuchten verschiedene Themen seines Forschungsgebietes. Im Mittelpunkt stehen die Bereiche, denen sein besonderes Interesse galt: die deutschsprachige Rezeptionsliteratur mit italienischen Vorlagen und die kulturellen Wechselbeziehungen zwischen Deutschland und Italien in der Frühen Neuzeit. Es finden sich zudem Beiträge zur originalen deutschen Literatur jener Zeit und zur deutschsprachigen Rezeptionsliteratur mit Vorlagen aus anderen Ländern. Der Band umfasst vierzehn Beiträge und eine Darstellung der wissenschaftlichen Tätigkeit von Emilio Bonfatti. Ein Verzeichnis der Schriften des Geehrten schließt das Werk ab.

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MARIA FRANCA FROLA Lohensteins Cleopatra: die Metrik eines Traumes 261

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261 MARIA FRANCA FROLA (Mailand) Lohensteins Cleopatra: die Metrik eines Traumes Lohensteins Cleopatra erlebte zwei Fassungen: Die erste aus dem Jahr 1661 umfasst 3080 Verse und wird als Cleopatra U, die zweite, erweiterte Fas- sung aus dem Jahr 1680 beträgt 4232 Verse und wird als Cleopatra A be- zeichnet.1 Der Vers der barocken Tragödie ist der heroische Alexandriner. Das Werk Cleopatra folgt der Tradition. Aber dieser monotone Vers französi- scher Herkunft, der je nach männlichem oder weiblichem Schluss auf zwölf oder dreizehn Silben kommt und durch einen Paarreim (aa bb) gebunden ist, erlebt bei Lohenstein unerwartete rhythmische Varianten, z. B. durch Vorverschiebung oder sogar Weglassung der Zäsur.2 Dadurch wird der me- chanische Charakter teilweise aufgehoben. Lohenstein benutzt in den fünf Reyen, die kaum Änderungen zwischen U und A aufweisen, verschiedene Versmaße und Versformen. Somit folgt er der Tradition der griechischen Metrik, die in den Chören eine bunte Blüte der verschiedensten Metra anbietet. Im ersten Reyen spricht die Göttin deß Glücks in jambischen Vierzei- lern, die alle einen männlichen Schluss aufweisen, abab reimen und in de- nen vierhebige Verse mit sechshebigen alternieren (die Zahl bezeichnet die Hebungen, „m“ bedeutet männlich, „w“ steht für weiblich): Fortuna. Ihr güldnen Himmels-Rosen ihr / 4m a Di ihr mit Gold und Glutt den Himmels-Garten blümt / 6m b Komt / werdet itzt zu Palmen mir / 4m a Umbkräntzt mein Haupt / wie sich den Siegern sonst...

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