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Mittlere Deutsche Literatur und Italien

Beiträge zu Ehren von Emilio Bonfatti

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Federica Masiero

Dieser Band versammelt Beiträge zu Ehren von Emilio Bonfatti (*Mirandola 1942, † Padova 2007), der von 1982 bis 2007 den Lehrstuhl für Deutsche Philologie an der Universität Padua innehatte. Emilio Bonfatti war einer der wichtigsten Repräsentanten der italienischen Forschung zur Mittleren Deutschen Literatur (1400−1750), dessen Arbeiten im In- und Ausland hohes Ansehen genießen. Freunde, Kollegen und Schüler beleuchten verschiedene Themen seines Forschungsgebietes. Im Mittelpunkt stehen die Bereiche, denen sein besonderes Interesse galt: die deutschsprachige Rezeptionsliteratur mit italienischen Vorlagen und die kulturellen Wechselbeziehungen zwischen Deutschland und Italien in der Frühen Neuzeit. Es finden sich zudem Beiträge zur originalen deutschen Literatur jener Zeit und zur deutschsprachigen Rezeptionsliteratur mit Vorlagen aus anderen Ländern. Der Band umfasst vierzehn Beiträge und eine Darstellung der wissenschaftlichen Tätigkeit von Emilio Bonfatti. Ein Verzeichnis der Schriften des Geehrten schließt das Werk ab.

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MARIA FANCELLI Über Emilio Bonfatti (1942–2007) 367

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367 MARIA FANCELLI1 (Florenz) Über Emilio Bonfatti (1942–2007) Am Ende der siebziger Jahre habe ich Emilio Bonfatti in Cremona kennen gelernt. Wenig später hatten wir in Triest die Gelegenheit, unsere Bekannt- schaft zu vertiefen. Seine Bereitschaft, 1980, einen Tag nach einem Con- corso, der für uns beide glücklich endete, nach Mailand zu gehen, hatte meine Berufung nach Triest, sonst seinem angestammten Lehrstuhl, mög- lich gemacht. Es war in Triest, zwischen Via Tigor und Largo Papa Giovanni, wo eine freundschaftliche, von der Arbeit geprägte Beziehung entstand, die sich mit der Zeit konsolidierte. Nur durch Emilios Krankheit hätte sie zunehmend beeinträchtigt, nicht aber unterbrochen werden können. Doch der wirkliche Wendepunkt und der Beginn unserer engen Freund- schaft ergaben sich Mitte der achtziger Jahre in Rom, als wir als Mitglieder einer Concorso-Kommission zusammenkamen, Emilio Bonfatti, Anna Ma- ria Carpi und ich. Dieser lange dienstliche Aufenthalt in Rom, der auch meine Freundschaft mit Anna Maria Carpi prägte, erlaubte es mir, diesen jungen, höchst gebildeten Kollegen, der über Manieren verfügte, die so gar nicht italienisch waren, und so vornehm und höflich im Umgang wie un- beugsam bei der Feststellung von Meriten und der Formulierung von Beur- teilungen war, zum ersten Mal bei der Arbeit zu erleben. Immer bereit uns zuzuhören, konnte er seine Meinung nur nach angemessenem Rekognos- zieren von Unterlagen und Texten ändern. Es braucht nicht viel, um zu be- greifen, dass der Gentleman mit ausgezeichneten Umgangsformen – im Bereich der...

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