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Exzentrische Moderne: Max Herrmann-Neiße (1886-1941)

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Edited By Sibylle Schönborn

Die Beiträge dieses Bandes gehen aus der im Dezember 2011 vom «Max-Herrmann-Neiße-Institut» veranstalteten internationalen Tagung hervor. Sie verorten das vielseitige Werk Max Herrmann-Neißes im Kontext der literarischen Moderne, indem sie seine wechselnden Positionen und Engagements zwischen Ästhetizismus, Expressionismus, politischer Literatur, Neuer Sachlichkeit und Exilliteratur in den Blick nehmen. Im Nebeneinander von Nihilismus und Erlösungspathos, Großstadtbewusstsein und Provinzialität, Kosmopolitismus und Regionalismus entwerfen die einzelnen Beiträge das Gesicht einer in sich widersprüchlichen und heterogenen Moderne, deren Repräsentant der aus Schlesien stammende Autor in der Metropole Berlin und im Londoner Exil wurde. Neben gattungsgeschichtlichen Beiträgen zu den lyrischen Anfängen bis zur Exillyrik werden vor allem «kleinere» Gattungen wie der Brief und die Literaturkritik, performative Künste wie das Drama und das Kabarett und ihre Medien (Film) untersucht. Zudem werden Fragen nach Herrmann-Neißes unverwechselbarer Romanpoetik, seinem Beitrag zur theoretischen Auseinandersetzung über eine engagierte Literatur und seiner Beteiligung an den Diskursen über Körperlichkeit, Sexualität und Geschlecht diskutiert.

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Im Banne Alfred Kerrs Max Herrmann-Neißes erste Versuche mit der Literaturkritik. Die unbekannten Rezensionen in der Breslauer Zeitung (1909–1914) Beata Giblak 109

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Im Banne Alfred Kerrs Max Herrmann-Neißes erste Versuche mit der Literaturkritik Die unbekannten Rezensionen in der Breslauer Zeitung (1909–1914) Beata Giblak Einen beträchtlichen Teil von Max Herrmann-Neißes Werk bilden publizis- tische Texte – Feuilletons, Glossen, Kritiken und Rezensionen. In meinem Beitrag möchte ich mich auf die frühesten Kritiken und Rezensionen des jungen Schriftstellers konzentrieren, die er kurz nach seiner Studienzeit für die Breslauer Zeitung verfasst. Die Texte sind bisher ungedruckt1 und des- wegen in der Max-Herrmann-Neiße-Forschung nicht berücksichtigt worden. Der allgemeinen Charakteristik der Rezensionen möchte ich einige Bemer- kungen zur Literaturkritik um die Jahrhundertwende voranstellen und sie programmatisch auf Max Herrmann-Neißes Texte beziehen. Inwiefern die Rezensionen die Literatur- und Kunstauffassung des Autors wiederspiegeln, ist eine weitere Frage, die ich in Zusammenhang mit der Charakteristik der Texte beantworten möchte. Einflüsse Im ersten Dezennium des 20. Jahrhunderts ist Alfred Kerr das sprachliche Vorbild für viele junge Rezensenten. Der berühmte ‚Kritikerpapst‘ verleiht der Kritik eine neue Dimension, indem er sie als Kunstwerk definiert: „Fortan ist zu sagen: Dichtung zerfällt in Epik, Lyrik, Dramatik und Kri- tik.“2 Literaturgeschichtlich wurzelt Kerrs Kritik in den rivalisierenden Kritikmodellen des Feuilletonismus (z. B. Paul Lindaus) und der naturalisti- 1 In der 10-bändigen Werkausgabe wurde lediglich ein Text, Traktat über den Dichter Rudolf Leonhard, abgedruckt. Vgl. Max Herrmann-Neiße: Traktat über den Dichter Rudolf Leonhard. In: Ders.: Die neue Entscheidung. Aufsätze und Kritiken. Gesammelte Werke. Hrsg. von Klaus Völker. Frankfurt...

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