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Exzentrische Moderne: Max Herrmann-Neiße (1886-1941)

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Edited By Sibylle Schönborn

Die Beiträge dieses Bandes gehen aus der im Dezember 2011 vom «Max-Herrmann-Neiße-Institut» veranstalteten internationalen Tagung hervor. Sie verorten das vielseitige Werk Max Herrmann-Neißes im Kontext der literarischen Moderne, indem sie seine wechselnden Positionen und Engagements zwischen Ästhetizismus, Expressionismus, politischer Literatur, Neuer Sachlichkeit und Exilliteratur in den Blick nehmen. Im Nebeneinander von Nihilismus und Erlösungspathos, Großstadtbewusstsein und Provinzialität, Kosmopolitismus und Regionalismus entwerfen die einzelnen Beiträge das Gesicht einer in sich widersprüchlichen und heterogenen Moderne, deren Repräsentant der aus Schlesien stammende Autor in der Metropole Berlin und im Londoner Exil wurde. Neben gattungsgeschichtlichen Beiträgen zu den lyrischen Anfängen bis zur Exillyrik werden vor allem «kleinere» Gattungen wie der Brief und die Literaturkritik, performative Künste wie das Drama und das Kabarett und ihre Medien (Film) untersucht. Zudem werden Fragen nach Herrmann-Neißes unverwechselbarer Romanpoetik, seinem Beitrag zur theoretischen Auseinandersetzung über eine engagierte Literatur und seiner Beteiligung an den Diskursen über Körperlichkeit, Sexualität und Geschlecht diskutiert.

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Ein „Dichter für das revolutionäre Proletariat“ Zum Zola-Bild Max Herrmann-Neißes Arturo Larcati 147

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Ein „Dichter für das revolutionäre Proletariat“ Zum Zola-Bild Max Herrmann-Neißes Arturo Larcati Zola als „Klassiker für das Proletariat“ und als „Anti-Goethe“ In seinen aus dem Jahr 1940 stammenden Aufzeichnungen zu Zola, als Ent- wurf für einen Beitrag für die Zeitschrift Lettres Internationales anlässlich des 100. Geburtstags des französischen Schriftstellers konzipiert, schreibt Max Herrmann-Neiße kurz vor seinem Tod: Kein Verschweigen des Mißlichen/ kein Verklärer des Bestehenden. Sozial, Wahrheit kündend/ eintreten für das menschlich Wahre/ dienen dem Fortschritt/ unbestechliches Gewissen, Reinlichkeitsbedürfnis/ Kampf für Gerechtigkeit und Vernunft/ macht den Gesellschafts- und Geisteszustand lebendig/ vorbildli- cher Kampfwille/ H. Manns Abhandlung von kongenialem Geiste, November 1915 erschienen.1 Diese stichwortartigen Notizen über Zola sind das letzte, beeindruckende Dokument einer intensiven Auseinandersetzung, die sich über drei Jahr- zehnte erstreckt und den französischen Autor zu einer der wichtigsten Iden- tifikationsfiguren für Max Herrmann-Neiße gemacht hat. Zolas Sonderstel- lung unter Herrmann-Neißes Vorbildern zeigt sich schon an der Zahl und an der Kontinuität der Stellungnahmen zu seinem Lieblingsautor, die er anläss- lich der relevanten Jubiläen abgibt: Mitte der 1910er Jahre verfasst er eine Abhandlung „[z]um 25. Todestag Zolas“2, ein Jahrzehnt später widmet er ihm eine kurze, aber gewichtige Monographie3, und 1940 will er dessen Lebenswerk im gerade genannten Beitrag noch einmal würdigen. 1 Zit. nach: Klaus Völker: Max Herrmann-Neiße. Künstler, Kneipen, Kabaretts – Schlesien, Berlin, im Exil. Berlin 1991, 231. (=Reihe Deutsche...

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