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Text und Kultur

Eine kommunikative Gattungsanalyse der deutschen und chinesischen Todesanzeigen

Qi Chen

Die vorliegende Arbeit versteht sich als Versuch in der kontrastiven Textsortenanalyse linguistischen Fragestellungen in Anlehnung an sozialwissenschaftliche Theorien, Konzepte und Ansätze nachzugehen. Im Rahmen des kommunikativen Gattungskonzepts und der sozialen Systemtheorie betrachtet Chen die Todesanzeige als Spiegel der Todes-, Erinnerungs- und Ritualkultur und als strukturelle Kopplung zwischen sozialen Systemen. Aufgrund einer empirischen Untersuchung werden Kulturalität, Sozialität, Interaktivität und Funktionalität der deutschen und chinesischen Todesanzeigen diskutiert. Neben der Ermittlung der kulturspezifischen Vertextungsmuster auf der Wort-, Satz und Textebene untersucht der Autor die sozialen Funktionen der Todesanzeige in Deutschland und China und geht auf deren kulturellen Hintergrund ein. Die erarbeiteten Erkenntnisse bieten nicht nur neuartige Einblicke in die soziokulturellen Besonderheiten der beiden Länder, sie erweitern mit ihrer sozialwissenschaftlichen Annährung auch den Blickwinkel der kontrastiven Textsortenforschung.

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9. Fazit und Ausblick 251

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9. Fazit und Ausblick In der vorliegenden Arbeit wurden deutsche und chinesische Todesan- zeigen auf ihre sprachlichen, sozialen und kulturellen Merkmale unter- sucht. Zunächst wurde die Todesanzeige als eine kommunikative Gat- tung definiert. (Kap. 3.1.2) Die Musterhaftigkeit der Todesanzeige zeigt sich besonders in der Binnenstruktur der Gattung, die sich sowohl in der sprachlichen Gestaltung (Kap. 6.1) und in den Textfunktionen (Kap. 6.2), als auch im kultur- und textsortenspezifischen Stil (Kap. 6.3) sowie in der visuellen Kontextualisierung (Kap. 6.4) zeigt. Ausgehend von der These, dass die Todesanzeige nicht nur ein bloßes sprachliches Produkt ist, sondern ein soziales Phänomen im Rahmen des Trauerrituals, wurde der kulturelle Kontext, d.h. die Außenstruktur bei der Analyse mit einbe- zogen. (Kap. 5) Der historische, soziale und institutionelle Umgang mit der Todesanzeige beeinflusst in erheblichem Maße ihre sprachliche Ge- staltung in der jeweiligen Gesellschaft. Auch die Interaktionsebene, die Beziehung zwischen den Hinterbliebenen und den Lesern, wurde in die Analyse mit einbezogen, da diese situative Realisierungsebene (Kap. 7) Aufschluss über die Kommunikationsrichtung der Todesanzeige und die Teilnehmerkonstellation geben kann. Schließlich kam noch der Aspekt des soziokulturellen Kontexts in Deutschland und China. Die Todesan- zeigen wurden in ihre kulturellen Hintergründe gestellt (Kap. 8) und im sozialen System betrachtet. Im Folgenden gehe ich anhand der Untersuchungsergebnisse auf die eingangs gestellten Fragen (siehe Kap. 1.2) ein, um die Schlussfolgerun- gen in vier Aspekten, nämlich der Kulturalität, der Interaktivität, der Sozialität und der Funktionalität vorzustellen. 252 9.1 Die Todesanzeige: Eine...

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