Show Less

Dante deutsch

Die deutsche Dante-Rezeption im 20. Jahrhundert in Literatur, Philosophie, Künsten und Medien

Series:

Edited By Michael Dallapiazza and Annette Simonis

Der vorliegende Band erkundet die deutsche Dante-Rezeption in der Literatur und den Künsten im 20. Jahrhundert. Er dokumentiert anhand von verschiedenartigen Beispielen die Vielfalt der von der Divina Commedia ausgehenden künstlerischen Anregungen in Moderne und Gegenwart. Besondere Berücksichtigung finden namhafte Autoren wie Thomas Mann, Hugo von Hofmannsthal, Franz Werfel, Arno Schmidt, Peter Weiss, Günter Grass sowie Durs Grünbein. Ferner eröffnet der Band weitere Ausblicke auf die Dante-Rezeption in der Musik, in der Graphic Novel, in Island sowie im Werk von Primo Levi. Die Beiträge gehen aus einer Tagung hervor, die im Oktober 2012 an der JLU Gießen in Kooperation mit der Universität Urbino stattgefunden hat.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Vorwort Michael Dallapiazza / Annette Simonis 7

Extract

Vorwort Michael Dallapiazza / Annette Simonis In der deutschsprachigen Literatur, Kunst und Kultur des 20. Jahrhunderts nimmt Dante, vielleicht auf den ersten Blick überraschend, weiterhin eine zentrale Stellung ein. Ähnlich wie im 19. Jahrhundert und den vorausgehen- den Epochen steht dabei die Divina Commedia im Zentrum des künstleri- schen Interesses und der Neugier der modernen Rezipienten. Dabei ergeben sich allerdings im Vergleich zur wissenschaftlichen und künstlerischen Re- zeptionsgeschichte Dantes im 19. Jahrhundert auffallende Verschiebungen und neue Akzentsetzungen. Während die bildungsbürgerlichen, deutschsprachigen Dante-Leser und Dante-Interpreten den Autor der Göttlichen Komödie im ausgehenden 19. Jahrhundert vorzugsweise als Teil des eigenen kulturellen Erbes rezipierten und ihn wie die deutschen Klassiker gern als ‚einen der unseren‘ betrachte- ten,1 setzt im beginnenden 20. Jahrhundert eine größere Differenzierung der Dante-Lesarten und -Aneignungen ein. Obgleich nationale Vereinnahmungen sich weiter fortsetzen, werden Dante und seine Texte in der Wirkungsge- schichte nach 1900 zunehmend durchaus auch im Zeichen von Alterität gele- sen, sei es als Figuren des Rätselhaften und Opaken, sei es des Andersartigen und Kulturfremden. Mit dem Verzicht auf die vorschnelle hermeneutische Einebnung ins Eigene und immer schon Vertraute sowie dem Verzicht auf die Einverleibung in den Kanon der eigenen Nationalliteratur eröffnen sich zugleich neuartige künstlerische Adaptionsmöglichkeiten. Rudolf Borchardts Dante-Übersetzung kann, wie Dieter Lamping und Reinhard Klesczewski eindrucksvoll gezeigt haben,2 als beispielhafter Ver- 1 „Denn auch Dante ist unser!“: Die deutsche Danterezeption 1900–1950, hrsg. Mirjam Mansen, Berlin, de Gruyter, 2003. Im Blick...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.