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Dante deutsch

Die deutsche Dante-Rezeption im 20. Jahrhundert in Literatur, Philosophie, Künsten und Medien

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Edited By Michael Dallapiazza and Annette Simonis

Der vorliegende Band erkundet die deutsche Dante-Rezeption in der Literatur und den Künsten im 20. Jahrhundert. Er dokumentiert anhand von verschiedenartigen Beispielen die Vielfalt der von der Divina Commedia ausgehenden künstlerischen Anregungen in Moderne und Gegenwart. Besondere Berücksichtigung finden namhafte Autoren wie Thomas Mann, Hugo von Hofmannsthal, Franz Werfel, Arno Schmidt, Peter Weiss, Günter Grass sowie Durs Grünbein. Ferner eröffnet der Band weitere Ausblicke auf die Dante-Rezeption in der Musik, in der Graphic Novel, in Island sowie im Werk von Primo Levi. Die Beiträge gehen aus einer Tagung hervor, die im Oktober 2012 an der JLU Gießen in Kooperation mit der Universität Urbino stattgefunden hat.

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Kontrafakturen: Arno Schmidts Göttliche Komödien Robert K. Weninger 45

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Kontrafakturen: Arno Schmidts Göttliche Komödien Robert K. Weninger 1 Arno Schmidt wäre nicht Arno Schmidt, wenn er bei seinen Lesern nicht anecken wollte. Er war ein Meister der Provokation. Nichts liebte er mehr als Leser egal welchen Couleurs vor den Kopf zu stoßen, in seinem Frühwerk vor allem Konservative und Gläubige, in seinem Spätwerk sogar auch seine liberalen und linken Anhänger. In seiner Essayistik und Funkessayistik über deutschsprachige und angelsächsische Autoren war solch gezielte Irritation sein Metier. Paradebeispiele sind seine Funkessays und Aufsätze über Goethe, Stifter, Karl May, Edgar Allan Poe und James Joyce. May und Poe widmete er sogar ganze Bücher in Form des Großessays Sitara und der Weg dorthin von 1963 und seines literarischen magnum opus Zettels Traum von 1970. Sowohl Schmidts Essayistik als auch seine Werke spiegeln laut Heiko Postma, einem der frühesten Schmidt-Forscher, seinen „zuweilen elitären Kulturpessimismus“ und seinen „weltanschaulichen Agnostizismus“ (Postma 1975, 18 und 34). Überschriften wie „Dichtung oder Provokation“ (Karl Schumann, 1958), „Rebell & Topograph“ (Richard Wolf, 1958), „Ein not- wendiges Ärgernis“ (Karlheinz Schauder, 1962, ähnlich Fritz Kölling, 1961), „Der Solipsist in der Heide“ (Helmut Heißenbüttel, 1961), „Außenseiter oder Mittelpunkt?“ (Jörg Drews, 1963), „Der militante Eremit“ (Wilfried von Bredow, 1970), „Vom Prosaprotest zur Privatprosa“ (Bert Blumental, 1980) und „Der unheimliche Einsiedler“ (Hans Bertram Bock, 1973) – alles Titel von frühen Rezensionen oder Sekundärliteratur – summieren stichpunktartig Schmidts Wesen und Entwicklung von einer spätexpressionistischen Protest- prosa...

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