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Dante deutsch

Die deutsche Dante-Rezeption im 20. Jahrhundert in Literatur, Philosophie, Künsten und Medien

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Edited By Michael Dallapiazza and Annette Simonis

Der vorliegende Band erkundet die deutsche Dante-Rezeption in der Literatur und den Künsten im 20. Jahrhundert. Er dokumentiert anhand von verschiedenartigen Beispielen die Vielfalt der von der Divina Commedia ausgehenden künstlerischen Anregungen in Moderne und Gegenwart. Besondere Berücksichtigung finden namhafte Autoren wie Thomas Mann, Hugo von Hofmannsthal, Franz Werfel, Arno Schmidt, Peter Weiss, Günter Grass sowie Durs Grünbein. Ferner eröffnet der Band weitere Ausblicke auf die Dante-Rezeption in der Musik, in der Graphic Novel, in Island sowie im Werk von Primo Levi. Die Beiträge gehen aus einer Tagung hervor, die im Oktober 2012 an der JLU Gießen in Kooperation mit der Universität Urbino stattgefunden hat.

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Dante und Peter Weiss: Das ketzerische Paradies der Literatur Maria Elisa Montironi 63

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Dante und Peter Weiss: Das ketzerische Paradies der Literatur Maria Elisa Montironi In diesem Vortrag beabsichtige ich, den Begriff der Metatextualität1 auf Dante und Peter Weiss anzuwenden, insbesondere anhand zweier sehr be- deutender Paratexte des Dante-Projekts. Hierbei handelt es sich um ein Werk, das, wie erklärt werden wird, unvollständig geblieben ist. Die zwei Texte (Vorübung zum dreiteiligen Drama divina commedia und Gespräch über Dante)2 enthalten Beschreibungen und Kommentare des im Entstehen befindlichen Projekts und liefern folglich eine bevorzugte Sichtweise, aus der man den „Dantismus“ von Weiss und insbesondere sein Dante-Projekt betrachten kann. Zu Recht wird das Dante-Projekt von Michael Dallapiazza als „Ideal- fall“ für die mit Rezeption befaßten Literaturkritiker definiert, weil es „ge- stattet, in direktem Kontakt die Bemühung und den Einsatz eines Autors zu beobachten, der ein anderes Werk zu seinem eigenen macht und es mit sei- nem vermischt“.3 Die Entscheidung, die Aufmerksamkeit auf die Paratexte des Projekts zu konzentrieren, entstammt auch der Tatsache, dass die Kritik, die sich mit der intertextuellen Beziehung zwischen dem deutschen Schrift- steller und dem italienischen Poeten beschäftigt, eher von einem Falle von Neuinterpretation und nicht von Umschreibung spricht. Die Vertiefung der metatextuellen Thematik, die von Weiss über Dante entwickelt wurde, scheint folglich interessant zu sein. Das Dante-Projekt hätte eine Theater-Trilogie sein sollen, die von einer Neuinterpretation von Dantes Göttlicher Komödie in zeitgenössischem Schlüssel ausgeht. Heute gibt es zwei abgeschlossene Dramen vom Dante- Projekt (auch DC-Projekt genannt): Inferno...

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