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Dante deutsch

Die deutsche Dante-Rezeption im 20. Jahrhundert in Literatur, Philosophie, Künsten und Medien

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Edited By Michael Dallapiazza and Annette Simonis

Der vorliegende Band erkundet die deutsche Dante-Rezeption in der Literatur und den Künsten im 20. Jahrhundert. Er dokumentiert anhand von verschiedenartigen Beispielen die Vielfalt der von der Divina Commedia ausgehenden künstlerischen Anregungen in Moderne und Gegenwart. Besondere Berücksichtigung finden namhafte Autoren wie Thomas Mann, Hugo von Hofmannsthal, Franz Werfel, Arno Schmidt, Peter Weiss, Günter Grass sowie Durs Grünbein. Ferner eröffnet der Band weitere Ausblicke auf die Dante-Rezeption in der Musik, in der Graphic Novel, in Island sowie im Werk von Primo Levi. Die Beiträge gehen aus einer Tagung hervor, die im Oktober 2012 an der JLU Gießen in Kooperation mit der Universität Urbino stattgefunden hat.

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„Wie wird man Erinnerungen los?“ – Die Göttliche Komödie und Günter Grass' Roman Hundejahre Corinna Ott 75

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„Wie wird man Erinnerungen los?“ – Die Göttliche Komödie und Günter Grassތ Roman Hundejahre Corinna Ott Hundejahre ist, wie alle Romane von Grass, ein Text, der sich nicht einfach linear lesen lässt, sondern durch seine – offenen wie versteckten – inter- textuellen und zeitgeschichtlichen Bezüge besonders interessant wird. Ein deutlicher Bezug in diesem Roman aus dem Jahr 1963 ist derjenige zu Dantes Göttlicher Komödie. Viele der Literaturwissenschaftler, die sich mit den Hundejahren beschäftigt haben, haben auf diesen Bezug hingewiesen, der an vielen Textstellen durchscheint und der in zwei wörtlichen Zitaten, auf die ich später näher eingehen möchte, offensichtlich wird. Auch Grass selbst bejaht die darauf hinweisende Frage des Altphilologen Ernst Zinn „Ist die Beziehung zu Dantes Inferno in den ‚Hundejahren‘ ir- gendwo so manifest, daß man sie als Leser gewissermaßen ‚dingfest‘ machen kann?“1 folgendermaßen: Das letzte Kapitel im Roman ‚Hundejahre‘ ist in der Tat eine Variante zu Dantes klassischer Höllenbesichtigung, und es fehlt auch nicht an Anspielungen, die, was der Philologen-Fleiß finden möge, auf Dante hinweisen; nur fällt bei mir der entscheidende Satz: ‚Die Hölle ist oben‘.2 Der amerikanische Germanist und Grass-Übersetzer Breon Mitchell hat in seinem mit viel Philologenfleiß sehr detailliert recherchierten Artikel The Demonic Comedy. Dante and Grass’s Hundejahre aus dem Jahr 1973 viele Bezüge zu Dantes Jenseitsreise im letzten Kapitel des Romans und struktu- relle Übereinstimmungen der beiden Texte herausgearbeitet. Ich werde im Folgenden auf die von Mitchell...

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