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„Wir sind keine kleinen Dalai Lamas“

Lebenswelten von Tibeterinnen und Tibetern der zweiten Generation in Indien und der Schweiz

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Tina Lauer

Das Heimatland ihrer Eltern und Grosseltern kennen in der Diaspora geborene Tibeterinnen und Tibeter meist nur aus Erzählungen. In den letzten Jahrzehnten wurde dem Leid der tibetischen Flüchtlinge sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt und in Bildbänden, Filmen, Studien und Romanen dokumentiert. Die Nachkommen der Flüchtlinge fanden bisher aber nur wenig Beachtung. Doch gerade weil sie die Erfahrungen und Erlebnisse ihrer Eltern und Grosseltern nicht teilen, ihre Sozialisation in einem anderen Land erfahren haben und sich dennoch stark mit dem Schicksal Tibets verbunden fühlen, drängen sich kulturwissenschaftliche Fragen auf – vor allem die nach ihrer Verbindung zur tibetischen Herkunft. Die vorliegende Studie befasst sich erstmals ausführlich mit Biografien von Tibeterinnen und Tibetern der zweiten Generation in Indien und in der Schweiz. Zentrale kulturelle Aspekte wie der Bezug zum Buddhismus, zur tibetischen Sprache oder zu Rezeptionen tibetischer Identität werden mit zahlreichen Zitaten, Bildern und Forschungsanekdoten eindrucksvoll dargestellt. Daneben finden auch die Sozialisation, politisches und soziales Engagement sowie Träume und Ziele dieser Generation Beachtung.

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Vorwort und Danksagung 13

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13 Vorwort und Danksagung Die Idee zu einer Studie über Tibeterinnen und Tibeter der zweiten Genera- tion entstand eigentlich bereits im Jahr 2004. Damals absolvierte ich ein Praktikum beim Canada Tibet Committee (CTC) in Montréal, einer NGO, die sich die Verbesserung der Menschenrechtssituation in Tibet zum Ziel gesetzt hat. Im Zuge dessen war ich an der Organisation des Besuchs des Dalai Lamas in Kanada beteiligt und dabei unter anderem für die Koordination der freiwilligen Helfer von CTC zuständig. Damals lernte ich einige wundervolle Tibeterinnen und Tibeter kennen, die in Kanada geboren und aufgewachsen sind. Bald entstand der Gedanke, meine Diplomarbeit über das Leben der zweiten Generation in Montréal zu schrei- ben. Ich war fasziniert von ihrer starken Verbundenheit mit Tibet und ihrem Engagement für ein Land, welches sie nur aus den Erzählungen ihrer Eltern kennen, während sie sich gleichzeitig sehr mit Kanada identi- fizieren. 2006 führte ich in Montréal die ersten qualitativen Interviews und schloss meine Arbeit im Sommer 2007 ab. Kurz nach meiner Abgabe erfuhr ich von dem in Bern lancierten NFP-58-Projekt: Die Bedeutung des Buddhismus für die zweite und dritte Generation der Tibeterinnen und Tibeter in der Schweiz. Leider war es zu diesem Zeitpunkt bereits durch zwei Mitarbeiterinnen besetzt worden. Dennoch nahm ich mit Prof. Dr. Jens Schlieter, dem Projektleiter, Kon- takt auf, wenngleich er zu diesem Zeitpunkt keine Möglichkeit sah, mich in das Projekt zu integrieren. Doch bereits im November benötigte er eine Mutterschaftsvertretung f...

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