Show Less

Theorie²

Potenzial und Potenzierung künstlerischer Theorie

Series:

Eva Ehninger and Magdalena Nieslony

Mit den Begriffen «Potenzial» und «Potenzierung» lassen sich zwei Momente fassen, die die theoretische Arbeit von Künstlerinnen und Künstlern ebenso wie die kunstwissenschaftliche Arbeit über diese Theorieproduktion beschreiben. Das Potenzial künstlerischer Theorie für die Kunstwissenschaft wird in jenem Moment evident, in dem man sich darauf einigt, dass die häufig verwendete Gegenüberstellung von künstlerischer Theorie und Praxis nicht überzeugt, insofern Theorie Teil einer künstlerischen Praxis sein, und künstlerische Praxis umgekehrt theoretischen Impetus tragen kann. Mit der Potenzierung künstlerischer Theorie ist die Tatsache beschrieben, dass die Verschränkung von Theorie und Praxis im Laufe der Moderne und verstärkt nach 1960 selbst zum künstlerischen Format geworden ist. Die hier versammelten Aufsätze diskutieren diese Phänomene und die Problematik des Umgangs mit künstlerischer Theorie – eine grundlegende methodische Frage der Kunstwissenschaft. Sie nehmen diesbezüglich exemplarische künstlerische Positionen seit der klassischen Moderne bis in die Kunst der Gegenwart in den Blick.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

EVA EHNINGER und MAGDALENA NIESLONY Theorie² Potenzial und Potenzierung künstlerischer Theorie 9

Extract

Theorie² Potenzial und Potenzierung künstlerischer Theorie EVA EHNINGER UND MAGDALENA NIESLONY Die Künstlertheorie spielt trotz der postmodernen Kritik an der Autor- schaft und am Intentionalismus nach wie vor eine zentrale Rolle so- wohl in der künstlerischen Praxis als auch in der kunsthistorischen Vermittlungsarbeit. Die Fragen nach der Form, dem Ort, der Autorität und dem Publikum künstlerischer Theorie stellen sich heute im ver- stärkten Masse, und sie haben ihr Streitpotenzial keineswegs einge- büsst: In welchen Medien findet sich künstlerische Theorie? Lässt sie sich aus untypischen Formaten wie beispielsweise dem Tagebuch und Aphorismus oder sogar aus visuellen Medien ableiten? Wer besitzt die Autorität, theoretisch zu arbeiten und wer, über die theoretische Arbeit anderer zu urteilen? Wie verhält sich das verbale Parergon zum bild- nerischen Ergon? Ist Theorie notwendig ein Äusseres, ein rahmender Kommentar, oder kann sie auch in das Werk selbst integriert sein, so dass sie nur in der jeweiligen Werkerfahrung als solche unterscheidbar wird? Ist künstlerische Theorie gar als Kunst zu betrachten? Wo lie- gen dann die Grenzen zwischen theoretischer und ästhetischer Praxis? Die Begriffe „Potenzial“ und „Potenzierung“ im Titel dieser Pub- likation beschreiben zwei Aspekte der Beziehung zwischen der theo- retischen Arbeit von Künstlern und jener der Kunstwissenschaftler. Das Potenzial künstlerischer Theorie für die Kunstwissenschaft wird in jenem Moment evident, in dem man sich darauf einigt, dass die häufig verwendete Gegenüberstellung von künstlerischer Theorie und Praxis nicht überzeugt, insofern Theorie Teil einer...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.