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Medienkultur und Medienlinguistik

Komparative Textsortengeschichte(n) der amerikanischen «CBS Evening News» und der Schweizer «Tagesschau»

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Martin Luginbühl

Die Studie analysiert Fernsehnachrichten erstmals in größerem Umfang sowohl diachron wie auch sprach- und kulturvergleichend und führt dabei verschiedene Ansätze der Medienlinguistik, der kontrastiven Textologie, der Textlinguistik, der Stilistik, der linguistischen Kulturanalyse sowie der Neueren Sprachgeschichte zusammen. Mit dem Konzept der «Textsortenprofile» entwickelt sie zugleich eine innovative Methodologie für die Analyse von Textsorten. Im Zentrum der Untersuchung steht die Frage nach der Kulturalität von einzelnen Textsorten und ganzen Sendungsformaten und damit die Frage nach kulturellen Unterschieden in der massenmedialen Weltdarstellung. Exemplarisch bearbeitet werden diese Fragen anhand der amerikanischen «CBS Evening News» und der Schweizer «Tagesschau» von deren Anfängen in den 1940er bzw. 1950er Jahren bis zum Anfang des 21. Jahrhunderts.
Als inhaltliche Ergebnisse liefert die Studie eine fernsehnachrichtenspezifische Textsortenklassifikation, eine umfassende Geschichte der Sendungsformate und eine detaillierte diachrone Analyse wichtiger Fernsehnachrichten-Textsorten.

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I. TeilHerangehensweise, Methode und Korpus

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I. Teil Herangehensweise, Methode und Korpus 1. Das Fenster zur Welt – Zur Bedeutung von Fernsehnachrichten 1.1 Bedeutung als Informationsquelle Das Fernsehen entwickelte sich in allen Industriegesellschaften seit den 1960er Jahren zum dominierenden Massenmedium (gemessen am Zeitbudget, welches das Publikum diesem Medium zugesteht; Ludes 1998: 164). Obwohl das Fernsehen zu einem großen Teil fiktionale Unterhaltungssendungen verbreitet, waren und sind Informationssendungen zentrale Sendungstypen nationaler (und heute auch inter- national agierender) Fernsehanstalten. Nicht zu Unrecht betont deshalb Montgo- mery (2007: 1), dass die dominante Plattform des Journalismus „no longer print, nor yet the world-wide-web, but broadcasting“ sei. Das Fernsehen ist das globalste und mächtigste Medium unserer Zeit; einige Forscher sehen im Fernsehen ein modernes Sinnsystem, etwa in Nachfolge religiöser Sinnsysteme (vgl. Holly 2002: 2461). Im Fernsehen kommt den allabendlichen Hauptausgaben von Nachrichten- sendungen eine besondere Rolle zu; nicht nur, was die Einschaltquoten anbelangt, sondern auch, was ihr Prestige angeht. So werden (und wurden) Veränderungen im Format oder personelle Wechsel in beiden hier untersuchten Sendungen regelmäßig von der überregionalen Presse an prominenter Stelle kommentiert.1 Fernsehnach- richten werden deshalb zu Recht als „die Inkarnation der Philosophie einer Fern- sehanstalt“ (Landbeck 1991: 3) oder als „Visitenkarte der Kategorie ‚Information‘“ (Meckel/Kamps 1998: 11) charakterisiert, die „für Autorität, Glaubwürdigkeit und Seriosität des gesamten Programms“ (Landbeck 1991: 3) stehen. In vielen Ländern Europas und in den USA werden in Befragungen Fern- sehnachrichten als wichtigste Informationsquelle genannt (Thussu 2007: 1; Cohen 2001: 185).2 In den USA wird das Fernsehen...

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