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Medienkultur und Medienlinguistik

Komparative Textsortengeschichte(n) der amerikanischen «CBS Evening News» und der Schweizer «Tagesschau»

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Martin Luginbühl

Die Studie analysiert Fernsehnachrichten erstmals in größerem Umfang sowohl diachron wie auch sprach- und kulturvergleichend und führt dabei verschiedene Ansätze der Medienlinguistik, der kontrastiven Textologie, der Textlinguistik, der Stilistik, der linguistischen Kulturanalyse sowie der Neueren Sprachgeschichte zusammen. Mit dem Konzept der «Textsortenprofile» entwickelt sie zugleich eine innovative Methodologie für die Analyse von Textsorten. Im Zentrum der Untersuchung steht die Frage nach der Kulturalität von einzelnen Textsorten und ganzen Sendungsformaten und damit die Frage nach kulturellen Unterschieden in der massenmedialen Weltdarstellung. Exemplarisch bearbeitet werden diese Fragen anhand der amerikanischen «CBS Evening News» und der Schweizer «Tagesschau» von deren Anfängen in den 1940er bzw. 1950er Jahren bis zum Anfang des 21. Jahrhunderts.
Als inhaltliche Ergebnisse liefert die Studie eine fernsehnachrichtenspezifische Textsortenklassifikation, eine umfassende Geschichte der Sendungsformate und eine detaillierte diachrone Analyse wichtiger Fernsehnachrichten-Textsorten.

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II. TeilAnalysen: Textsortenprofile, Sendungsformate und Textsortengeschichte(n)

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II. Teil Analysen: Textsortenprofile, Sendungsformate und Textsortengeschichte(n) A. Textsortenprofile und Sendungsformate 7. Textsortenrepertoires und Textsortenfrequenzen 7.1 Textsortenrepertoires Bereits im Zusammenhang mit der Text sor tenklassifikation habe ich bei einigen Text- sor ten erwähnt, dass sie in meinem Korpus nicht realisiert werden. Dies betrifft ins- besondere Gesprächssorten ohne deutliche Hierarchie in den Rollen der Beteiligten: kooperative Gespräche unter Studiogästen oder Korrespondenten bzw. konfrontative Gespräche unter Studiogästen. Dies könnte einerseits darin begründet sein, dass der- artige Gespräche relativ viel Zeit in Anspruch nehmen und so die Themenvielfalt der Sendungen einschränken und den Rhythmus der Sendungen unterbrechen würden. Andererseits aber handelt es sich dabei eben auch um Texte, deren Inhalt und Ablauf nur schwer kontrolliert werden kann, was dem vermittelten Selbstbild der hier unter- suchten Sendungen (s. dazu später) widersprechen würde. Wenig überraschend ist, dass Nachrichtenfilme nur in Ausnahmefällen ohne Text ausgestrahlt werden, ist doch für die lokale und temporale Verortung des Gezeigten der Nachrichtentext unerlässlich. Wenn Nachrichtenfilme ohne Sprachtext aus- gestrahlt werden, so nur dann, wenn vorangehend eine Anmoderation realisiert wird, welche den Film verortet. Diese Feststellung ist insbesondere im Hinblick auf die häufig diskutierte Frage relevant, ob in Texten von Fernsehnachrichten die Sprachtexte oder die Bilder dominant sind (vgl. Kap. 2.1.1.3 und 2.1.1.4). Die Tat- sache, dass Nachrichtenfilme nie ganz ohne Sprachtext auskommen (der Sprachtext geht dem Film mindestens voran, wenn er nicht gleichzeitig ist), verweist darauf, dass die Rede vom ‚Bildmedium‘ Fernsehen...

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