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Simpliciana

Schriften der Grimmelshausen-Gesellschaft XXIX (2007)- In Verbindung mit dem Vorstand der Grimmelshausen-Gesellschaft

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Edited By Dieter Breuer

Im Juni 2007 fand in Oberkirch und Renchen unter dem Thema «Grimmelshausens Simplicissimus im Kontext des europäischen Romans» der Kongress der Grimmelshausens-Gesellschaft statt. Dieser Band enthält die Beiträge des Kongresses und geht der Frage nach, weshalb der Simplicissimus als einziger deutschsprachiger Roman der frühen Neuzeit bis auf den heutigen Tag in hohem kanonischen Ansehen steht, was den Roman, wie sein Autor es wünschte, «aufhebens Werth» gemacht hat. Die Referenten untersuchen die Bedeutung des Simplicissimus anhand von Vergleichen mit der europäischen Romantradition. Dabei geht es weniger um Quellenfragen als um Fragen der Qualität: um Grimmelshausens Anteil an der Herausbildung einer modernen Romanpoetologie, um seinen unkonventionellen Umgang mit den Konstruktionsprinzipien des hohen und niederen Romans, mit der realistisch-satirischen Erzähltradition und den Formproblemen des autobiographischen Erzählens sowie um seine Kunstgriffe bei der Einformung unterschiedlichster Materien.
Hinzu kommen weitere Beiträge der Grimmelshausen-Forschung sowie Rezensionen zu Neuerscheinungen.

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Picaro und Fortuna Zur narrativen Technik in Hieronymus Dürers Lauf der Welt Und Spiel des Glücks und Grimmelshausens Simplicissimus Teutsch

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Peter Heßelmann (Münster) I Grimmelshausens Bestseller Der Abentheurliche Simplicissimus Teutsch wur­ de erstmals - entgegen der Vorausdatierung des Titelblatts auf 1669 - zur Frankfurter Ostermesse 1668 oder zu den Frankfurter und Leipziger Herbst­ messen 1668 veröffentlicht.! Ebenfalls 1668 erschien laut Titelblatt im Ham­ burger Verlag von Christian Guht Hieronymus Dürers Roman L a u f der Welt Und Spiel des Glucks / Zum Spiegel Menschlichen Lebens vorgestellet in der Wundei’W’iirdigen Lebensbeschreibung des Tychanders.- Da die "Zuschrift" vom Autor auf den 15. August 1668 datiert wurde, kann man vom Erscheinen auf den Frankfurter und Leipziger Herbstmessen 1668 ausgehen. Tatsächlich verzeichnet der Meßkatalog der Frankfurter Herbstmesse und des Leipziger Michaelismarkts 1668 neben der Ausgabe E1 des Simplicissimus Teutsch im übernächsten Eintrag Dürers Roman.3 Damit lagen spätestens im Herbst 1668 die beiden ersten originalen Schelmenromane in deutscher Sprache vor. Auch die Lebensbeschreibung des Tychander sollte sich als durchaus erfolgreich erweisen, kamen doch 1685 und vor 1740 immerhin zwei weitere Ausgaben auf den Buchmarkt.4 Von Hieronymus Dürer sind nur spärliche biographische Daten bekannt.5 Er wurde wahrscheinlich im Dezember 1641 im holsteinischen Glückstadt, das auch "Tychopolis" und "Fortunopolis" genannt wurde, als Sohn eines aus Nürnberg eingewanderten Goldschmieds geboren und am 23. Dezember 1641 getauft.6 Er war ein Ururenkel von Albrecht Dürers Bruder Hans. Vom Som­ mersemester 1656 bis mindestens zum Sommersemester 1662 studierte er Theologie in Leipzig. Nach dem Studium unternahm er möglicherweise als Hofmeister eine Bildungsreise. Wohl im Herbst...

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