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Gemeinsamkeit schaffen in der Interaktion

Diskursmarker und Lautelemente in zürichdeutschen Erzählsequenzen

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Fabienne Tissot

Welche Funktionen haben «kleine Wörter» wie Diskursmarker und Lautelemente in der Interaktion? Wo und zu welchem Zweck verwenden sie junge Frauen in Gesprächen untereinander? Die empirische Studie untersucht an einem Korpus von Alltagsgesprächen Deutschschweizer Gymnasiastinnen diese genuin mündlichen Phänomene. Als minim referentielle Objekte befinden sie sich an gesprächsorganisatorisch unklaren Stellen und bewegen sich in Bezug auf ihren Status zwischen Laut, Floskel und grammatikalisiertem Element. Die detaillierte mikroanalytische Untersuchung zeigt, wie damit in Kombination mit interaktionalen und diskursiven Verfahren verstärkt und gezielt Gemeinsamkeit in der Interaktion geschaffen werden kann.
Theoretisch in der Soziolinguistik, methodisch in der Konversationsanalyse und der Interaktionalen Linguistik angesiedelt, findet die Arbeit Anschluss an interaktionale Forschungsrichtungen sowie an die internationale Jugendsprachforschung und zeigt neue Wege für dialektologische Fragestellungen auf.

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1. Einleitung

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1.1 Rahmen und Relevanz Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Mädchen und junge Frauen un ter- ein ander oft einen kollaborativen Kommuni ka tions stil pfle gen. Dies wurde fest ge macht an interaktionalen Mustern und Verfahren wie Latching, Mirror­ ing und Ko kons truk tionen auf ver schie de nen sprachlichen Ebenen.1 Ebenso sind im Kontext der Ju gend sprach for schung in Ge sprä chen Jugendlicher auftretende diskur sive sowie sprach li che Elemente beschrie ben wor den, so z. B. Gesprächspartikeln und „Laut wörter“ (die je nach For schungs pers pek- tive Interjektionen, response cries, sound objects, Onoma to po e ti ka oder auch tags oder Diskurssignale bzw. -partikeln ge nan nt werden2). Diese Ele men te haben keine oder nur minimale referentielle Bedeutung, befin den sich manch mal an ge- sprächs or ga ni sa to risch nicht eindeutig zu definierenden Stel len und bewe­ gen sich in Be zug auf ihren Status zwi schen Laut, Flos kel und grammati- ka li siertem Element. Vor lie gen de Studie will zei gen, wie zusätzlich zu den oben ge nan nten interaktionalen und dis kur siven Ver fah ren durch den Ge- brauch die ser „kleinen Wör ter“ (Schwitalla 2002) eben so – bzw. zu sätz lich – Ge mein sam keit oder Com mon Ground in der Interaktion ge schaf fen wer den kann. Exem pla risch wird dafür der in einem Korpus von Gesprächen ju­ gendlicher Freundinnen sehr...

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