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Gemeinsamkeit schaffen in der Interaktion

Diskursmarker und Lautelemente in zürichdeutschen Erzählsequenzen

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Fabienne Tissot

Welche Funktionen haben «kleine Wörter» wie Diskursmarker und Lautelemente in der Interaktion? Wo und zu welchem Zweck verwenden sie junge Frauen in Gesprächen untereinander? Die empirische Studie untersucht an einem Korpus von Alltagsgesprächen Deutschschweizer Gymnasiastinnen diese genuin mündlichen Phänomene. Als minim referentielle Objekte befinden sie sich an gesprächsorganisatorisch unklaren Stellen und bewegen sich in Bezug auf ihren Status zwischen Laut, Floskel und grammatikalisiertem Element. Die detaillierte mikroanalytische Untersuchung zeigt, wie damit in Kombination mit interaktionalen und diskursiven Verfahren verstärkt und gezielt Gemeinsamkeit in der Interaktion geschaffen werden kann.
Theoretisch in der Soziolinguistik, methodisch in der Konversationsanalyse und der Interaktionalen Linguistik angesiedelt, findet die Arbeit Anschluss an interaktionale Forschungsrichtungen sowie an die internationale Jugendsprachforschung und zeigt neue Wege für dialektologische Fragestellungen auf.

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Teil I: Material und methodische Zugänge

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Teil I Material und methodische Zugänge 2. Kontext 2.1 Die Sprachsituation in der Schweiz 2.1.1 Mehrsprachigkeit Die Schweiz wird von einer Mehrsprachigkeit auf mehreren Ebenen ge­ prägt, auch wenn sich in der Rea li tät die mehrsprachigen Kompetenzen der einzelnen Sprechenden nicht unbedingt mit dem mehrsprachigen Selbstver­ ständnis der Gesellschaft als solcher de cken mögen. „In ers ter Linie besteht das Anderssein [der Schweizer Sprachsituation, FT] da rin, dass sich Selbst- verständnis und Sprachsituation in der Schweiz durch gesell schaft liche und insti tu tionelle Mehrsprachigkeit definieren und dass die deutsch schwei ze- rischen Mundarten (subjektiv) den Status von Sprachen haben“ (Werlen [Lang] 2006: 363). Dies gilt natürlich für alle Mitglieder der Sprachgemein­ schaft und damit auch für Ju gend liche: „Das Ideal der Mehrsprachigkeit ist (ungeachtet sprachlicher Realitäten) fes ter Bestandteil des nationalen Selbst­ bildes, welches den Jugendlichen über Schulen und Medien vermittelt wird“ (Dürscheid/Spitzmüller 2006: 14). Die Mehrsprachigkeit in der Schweiz wird denn oft gleichsam als inne­ re wie auch äus se re Mehrsprachigkeit verstanden (vgl. Werlen [Lang] 2006: 368; Dürscheid/Spitzmüller 2006, 14). Die äussere Mehrsprachigkeit bezeichnet den Umstand des Neben einanders der vier Landessprachen, die Bezeich­ nung innere Mehrsprachigkeit bezieht sich darauf, dass in der Deutschschweiz verschiedene regionale Varietäten gesprochen werden, manch mal auf engs­ tem Raum.21 In den wenigen existierenden Publikationen, die zur Spra che der Jugend in der Deutsch schweiz erschienen sind (Dürscheid/Spitzmüller 2006, Werlen [Lang] 2006) wird...

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