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Interkulturelle Literatur in deutscher Sprache

Zehn Autorenporträts

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Edited By Carmine Chiellino and Szilvia Lengl

Von Sprachwechslern im Kontext der Einwanderung und des politischen Exils auf den Weg gebracht, hat die interkulturelle deutschsprachige Literatur im Laufe von mehr als fünf Jahrzehnten eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht, deren Ausdruckspotential bei weitem noch nicht erschöpft ist. Ihre thematische und ästhetische Vielfalt ist primär auf die Herkunftssprachen und -kulturen sowie existentiellen Erfahrungen der daran beteiligten Sprachwechsler zurückzuführen, die sich auf die deutsche Sprache und Kultur als Werkzeug und Raum ihres Schreibens vorbehaltlos eingelassen haben. In dem vorliegenden Band werden folgende 10 Dichter und Romanciers exemplarisch vorgestellt: Cyrus Atabay, Zsuzsa Bánk, Artur Becker, Franco Biondi, Libuše Moníková, Terézia Mora, José F.A. Oliver, Yoko Tawada, Galsan Tschinag und Aglaja Veteranyi.

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Aglaja Veteranyi: Über die Unlebbarkeit monokultureller Lebensmodelle (Szilvia Lengl)

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Szilvia lengl Aglaja Veteranyi: Über die Unlebbarkeit monokultureller Lebensmodelle I. Einleitung Der vorliegender Artikel stellt Aglaja Veteranyis Roman Warum das Kind in der Polenta kocht (1999) vor und behandelt in Ansätzen die posthum erschienenen Werke Das Regal der letzten Atemzüge und Vom geräum- ten Meer, den gemieteten Socken und Frau Butter. Auf Veteranyis zweite Publikation, die Erzählsammlung Geschenke – Ein Totentanz (1999), kann leider nicht eingegangen werden. Die Mappe ist nur noch antiquarisch vor- handen und kostet ca. 1 000,– Euro. Sie enthält 26 gefalzte lose Bögen, deren linke Seiten mit jeweils einem Text von Veteranyi und die rechten mit einem Holzschnitt von Jean-Jacques Volz versehen sind. Jeder Holzschnitt ist vom Künstler signiert und das Impressum enthält beide Signaturen. Es existieren lediglich 50 Exemplare – nur eines ist im Handel erhältlich. II. Fragmente des Lebens Werke Warum das Kind in der Polenta kocht. Roman. München / Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt, 1999. Das Zusammenklauben von Erinnerung Aglaja Veteranyis Ich-Erzählerin ist die jüngere Tochter einer Artisten- familie. Sie ist zu Beginn des Romans zwischen fünf und sechs Jahre alt, spielt oft alleine oder beobachtet die Mutter bei ihren täglichen Aufgaben und sinniert über Gott. Die Familienverhältnisse sind kompliziert: Die äl- tere Tochter stammt aus erster Ehe des Vaters und ging aus der Beziehung 286 zu seiner Stieftochter hervor. Er lebt mit ihr in einem inzestuösen Verhält - nis, was seine zweite Frau, die Mutter der Ich-Erzählerin, eifers...

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