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Emotionale Dichte und abstrakte Schönheit

Mela Meierhans’ Vokalwerk 1999–2011

Leslie Leon

Die vorliegende Arbeit stellt einen wichtigen Schritt zur systematischen musikwissenschaftlichen Untersuchung von Werk und Arbeitsweise der Komponistin Mela Meierhans dar, deren Schaffen bisher weder erfasst noch erforscht wurde. Dreiundzwanzig Vokalwerke aus der Zeit zwischen 1999 bis 2011 stehen im Mittelpunkt der Untersuchung. Die Kombination von Werkanalyse und Zitaten aus zahlreichen Interviews mit der Komponistin selber und verschiedenen Experten ermöglicht einen differenzierten Blick auf das Werk und den biographischen Kontext.
Vielfältige, oft interdisziplinär angelegte Impulse aus Literatur, Bildender Kunst, Film, Tanz und Architektur prägen die Arbeit der international tätigen Künstlerin mit Schweizer Herkunft. Die Verbindung von «emotionaler Dichte und abstrakter Schönheit» stellt ein ästhetisches Ideal der Komponistin dar und beeinflusst Mela Meierhans’ gesamtes kompositorisches Schaffen.

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4. Weitere Einflussfaktoren

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4. Weitere Einflussfaktoren 4.1 Schule und Lehrerinnenseminar Mela Meierhans ist sechs Jahre alt, als sie mit dem Schulbeginn in eine neue, fremde Welt eintritt, die sich ihr zunächst nicht entschlüsselt. Es ist schwer für das Kind, die Regeln und Werte der Schule mit jenen des künstlerischen Eltern- hauses emotional und intellektuell miteinander zu verbinden. Die beiden Systeme scheinen nichts miteinander zu tun zu haben. Das Mädchen Mela Meierhans fühlt sich, als müsse es eine neue Sprache lernen: „Ich habe nicht verstanden, was die von mir wollen, was die reden, was das soll […]. Aber ich musste das trotzdem irgendwie mit meinem Leben verbinden.“135 Dieser Zustand bessert sich in den nächsten drei Jahren nur graduell. Nach drei Primarschuljahren in Baar136 zieht die Familie 1970 nach Ebertswil. Im Alter von neun Jahren beginnt Mela Mei- erhans auch ihren Klavierunterricht. Die Eltern achten darauf, dass die Töchter von Beginn des Instrumentalunterrichts an von hochprofessionellen Pädagogen angeleitet werden.137 Ihr erster Lehrer ist der spätere Dirigent Mario Venzago, der ein Mitglied des großen elterlichen Freundeskreises ist.138 Mit zwölf Jahren wech- selt Mela Meierhans zur Klavierpädagogin Cecile Hux,139 die in Zug privat un- terrichtet und viele wichtige Schweizer Pianisten zu ihren ehemaligen Schülern zählt. Über ihr eigenes musikalisches Talent spricht die Komponistin heute sehr nüchtern: „Ich war kein Wunderkind, aber ich war begabt.“ Zwar habe immer auch eine Rebellin in ihr gesteckt, aber was das Klavierspielen angeht,...

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