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Emotionale Dichte und abstrakte Schönheit

Mela Meierhans’ Vokalwerk 1999–2011

Leslie Leon

Die vorliegende Arbeit stellt einen wichtigen Schritt zur systematischen musikwissenschaftlichen Untersuchung von Werk und Arbeitsweise der Komponistin Mela Meierhans dar, deren Schaffen bisher weder erfasst noch erforscht wurde. Dreiundzwanzig Vokalwerke aus der Zeit zwischen 1999 bis 2011 stehen im Mittelpunkt der Untersuchung. Die Kombination von Werkanalyse und Zitaten aus zahlreichen Interviews mit der Komponistin selber und verschiedenen Experten ermöglicht einen differenzierten Blick auf das Werk und den biographischen Kontext.
Vielfältige, oft interdisziplinär angelegte Impulse aus Literatur, Bildender Kunst, Film, Tanz und Architektur prägen die Arbeit der international tätigen Künstlerin mit Schweizer Herkunft. Die Verbindung von «emotionaler Dichte und abstrakter Schönheit» stellt ein ästhetisches Ideal der Komponistin dar und beeinflusst Mela Meierhans’ gesamtes kompositorisches Schaffen.

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10. Beruf: Komponistin

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Im folgenden Kapitel wird die allgemeine Situation von Komponistinnen im west- lichen Europa seit den sechziger Jahren bis heute skizziert. Auf dieser Grundlage wird ein Blick auf Mela Meierhans’ Ausgangslage, ihre Suche nach Komponistin- nen als Vorbilder und ihre Stationen auf dem Weg zum Beruf der zeitgenössischen Komponistin geworfen. Schließlich wird gezeigt, wie sich die Erfahrungen auf ihre künstlerische Arbeit auswirken und wie Mela Meierhans phasenweise femi- nistische Ansätze in ihr kompositorisches Schaffen integriert. Der KomponistInnen-Beruf gilt bis in die siebziger Jahren des 20. Jahrhun- derts im westlichen Europa als Männerberuf. Erst dann ändert sich die Wahrneh- mung von Komponistinnen. Christa Brüstle stellt fest: Lassen sich bei den verschiedenen Festivals mit neuer, aktueller Musik bis in die 60er- und 70er-Jahre nur vereinzelt Komponistinnen finden, so zeigt sich ab den 1980er-Jahren ein merklicher Anstieg der Integration von Frauen und ihren Werken in die Programme. […] Z. B. bei den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik in Darmstadt oder bei den Donaueschinger Musiktagen beherrschte nach wie vor die ältere und junge Generation von Komponisten die Reihen der Werkpräsentationen.296 Gleiches gilt für den gesamten musikästhetischen Diskurs der 1950er und 1960er Jahre, der fest in männlicher Hand liegt.297 Laura Gallati stellt fest: „Unter dem generellen Hut zeitgenössischer Musik gab es vor zwanzig Jahren noch längst nicht diesen Anteil von Frauen wie heute.“298 So nimmt es nicht wunder, dass Mela Meierhans’ Weg zur Komponistin über verschiedene Umwege führt. Für ihren Be-...

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